Bahn plant Direktverbindung Rostock-Neubrandenburg und höhere Streckengeschwindigkeiten in MV
Direktverbindung Rostock-Neubrandenburg und schnellere Züge geplant

Bahn plant Direktverbindung Rostock-Neubrandenburg und höhere Streckengeschwindigkeiten in MV

Die Deutsche Bahn und das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern haben umfangreiche Pläne für die Modernisierung des Schienenverkehrs im Nordosten Deutschlands vorgestellt. Nach monatelangen Bauarbeiten und Streckensperrungen, die bei Fahrgästen für erhebliche Unzufriedenheit sorgten, sollen nun konkrete Verbesserungen umgesetzt werden.

Fahrgastwünsche und geplante Maßnahmen

Marcel Drews vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ betont die dringenden Anliegen der Reisenden: „Fahrgäste bewerteten die Sperrung als unhaltbaren Zustand mit deutlich verlängerten und unzumutbaren Fahrzeiten sowie mehrfachem Umsteigezwang“. Die wichtigsten Forderungen umfassen:

  • Verlängerung der Bahnsteige in Neubrandenburg ab 2027/2028
  • Ausbau der Strecke nach Stralsund mit Geschwindigkeitserhöhung auf 120 km/h
  • Einrichtung zusätzlicher Zugbegegnungsstellen zwischen Neubrandenburg und Stralsund
  • Verbesserung des Reisekomforts in den Ost-West-Verbindungen
  • Einführung einer Direktverbindung zwischen Rostock und Neubrandenburg

Konkrete Planungen der Deutschen Bahn

Ein Bahnsprecher bestätigt, dass aktuell eine Planung zur Geschwindigkeitserhöhung auf 120 km/h zwischen Neustrelitz, Neubrandenburg und Stralsund erarbeitet wird. Die Strecke ist derzeit nur für 100 km/h ausgelegt. Allerdings befindet man sich noch in der Grundlagenermittlung, und sowohl Bauzeitpunkte als auch Finanzierung sind noch nicht gesichert. Eine zusätzliche Zugbegegnungsstelle zwischen Neubrandenburg und Stralsund wird von der Bahn als nicht notwendig erachtet.

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Modernisierung des Neubrandenburger Bahnhofs

Parallel zu den Streckenverbesserungen sind umfangreiche Arbeiten am Bahnhof der Vier-Tore-Stadt geplant. Die Stadt möchte den Bahnhofsvorplatz neu gestalten, während die Deutsche Bahn für die mittlere Zukunft ein Projekt zum Empfangsgebäude vorbereitet. Dieses umfasst:

  • Umbau der Wärmeversorgungsanlage auf regenerative Energieträger
  • Instandhaltung des Empfangsgebäudes
  • Verbesserung der Barrierefreiheit

Die Umsetzung könnte zwischen 2029 und 2031 erfolgen.

Neue Fahrzeuge und Direktverbindung

Jonas Bohl, Sprecher im MV-Wirtschaftsministerium, erklärt, dass der Verkehrsvertrag „Ost-West“ zwischen Land und Bahn noch bis Dezember 2029 läuft. Aktuell werden Dieseltriebzüge des Herstellers Alstom eingesetzt, die sich in gutem Zustand befinden. Mit Ablauf des Vertrages in 3,5 Jahren hätten die Fahrzeuge erst etwa die Hälfte ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Eine Veränderung der Bestuhlung könnte Bestandteil des nächsten Verkehrsvertrags sein.

Konkreter wird Bohl bei der geplanten Direktverbindung zwischen Rostock und Neubrandenburg: „Im Rahmen der Mobilitätsoffensive des Landes ist es vorgesehen, umsteigefreie Verbindungen zwischen Neubrandenburg und Rostock einzurichten“. Allerdings müssen dafür zunächst infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen werden, da die Strecken im Umfeld des Knotens Güstrow sowie zwischen Neubrandenburg und Güstrow derzeit nur eingleisig ausgebaut sind.

Langfristige Perspektiven

Das Wirtschaftsministerium prüft aktuell, ob umsteigefreie Verbindungen zwischen Neubrandenburg und Rostock auch ohne Infrastrukturausbau zwischen Lalendorf und Neubrandenburg realisiert werden können. Parallel werden Planungen für den potenziellen und langfristig zu realisierenden Infrastrukturausbau der Achse Güstrow (Lalendorf) – Neubrandenburg vorbereitet. Diese Maßnahmen sollen die Attraktivität des Schienenverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig steigern und die Mobilität in der Region deutlich verbessern.

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