Paralympics-Siegerin Elena Semechin hat nur siebeneinhalb Monate nach der Geburt ihres Sohnes Klaus Phillip ein beeindruckendes Comeback gefeiert. Die 32-Jährige unterbot in Berlin über ihre Paradestrecke 100 m Brust im ersten Anlauf souverän die A-Norm für die EM und war in 1:16,16 Minuten gleich wieder die Schnellste in ihrer Startklasse. In der startklassenübergreifenden Punktewertung der Weltserie landete sie damit auf Rang sechs.
„Total happy“ mit der Zeit
„Ich bin total happy mit der Zeit“, sagte Semechin, deren Weltrekord gut dreieinhalb Sekunden schneller ist: „Man merkt zwar, was mir noch fehlt. Mein Körper hat sich durch mein Baby verändert, so ist das nun mal. Ich hatte aber auf jeden Fall Spaß. Das ganze Prozedere bei einem Wettkampf wieder zu durchleben, ist immer wieder spannend.“ Bis zum Jahreshöhepunkt mit den Europameisterschaften im türkischen Kocaeli (7. bis 12. September) sei noch einiges möglich.
Langfristiges Ziel: Los Angeles 2028
Langfristig hat Semechin für Los Angeles 2028 ihr drittes Paralympics-Gold in Serie im Visier – es wäre das erste als Mutter. „Ich muss mir nichts mehr beweisen. Aber ich habe jetzt eine neue Challenge: Als Mama zu performen mit einem komplett neuen Leben, mit einem komplett neuen Menschen an meiner Seite, der mich auch zu 100 Prozent braucht“, hatte die Berlinerin dem SID im Vorfeld gesagt. Bis nach L.A. liege eine „große Reise“ vor ihr.
Weitere deutsche Erfolge bei der World Series
Für das sportliche Highlight aus deutscher Sicht sorgte am ersten Wettkampftag der World Series Taliso Engel mit seinem Sieg. Der sehbehinderte Paralympics-Gewinner von Tokio und Paris holte in 1:02,20 Minuten über 100 m Brust mit Abstand die meisten Punkte. Außerdem sicherte Josia Topf als Zweiter über 50 m Rücken einen Podestplatz für den Deutschen Behindertensportverband (DBS).



