Drittes Todesopfer an Viehhausener Bahnübergang: 67-Jähriger stirbt bei Zugunfall
Drittes Todesopfer an Viehhausener Bahnübergang

Drittes Todesopfer an Viehhausener Bahnübergang: 67-Jähriger stirbt bei Zugunfall

Wenn die Rettungskräfte ins 52-Seelen-Dorf Viehhausen bei Wasserburg am Inn gerufen werden, rechnen sie mittlerweile mit dem Schlimmsten. In den vergangenen Jahren kamen an dem dortigen Bahnübergang bereits zwei junge Frauen ums Leben. Nun hat sich erneut eine Tragödie ereignet: Ein 67-jähriger Autofahrer wurde in der Nacht zum Donnerstag von einer Regionalbahn erfasst und erlitt tödliche Verletzungen.

Unfall in den frühen Morgenstunden

Der Notruf von der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Mühldorf ging um kurz nach Mitternacht ein. Eine Regionalbahn hatte an dem unbeschrankten, lediglich mit einem Warnlicht gesicherten Bahnübergang einen schwarzen VW Polo erfasst. Robert Maurer von der Polizei Rosenheim schildert die ersten Ermittlungsergebnisse: „Nach derzeitigem Stand missachtete der Autofahrer das für ihn am Bahnübergang geltende Verkehrszeichen ‚Andreaskreuz‘ sowie das rote Blinklicht.“

Der 62-jährige Lokführer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. „Der Zug erfasste mit seiner Front den Pkw, der 67-jährige Insasse im Auto erlitt durch den Aufprall tödliche Verletzungen“, so Kommissar Maurer weiter. Das Auto wurde vom Zug noch mehrere Meter mitgeschleift, wie Augenzeugenberichte und Fotos dokumentieren.

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Folgen für Zuginsassen und Verkehr

In der Regionalbahn befanden sich zum Glück nur wenige Fahrgäste. Dennoch gab es Verletzte: „Im Zug wurden zwei Fahrgäste durch die eingeleitete Notbremsung des Zuges leicht verletzt, der Lokführer erlitt einen Schock“, berichtet Maurer. Die alarmierten Rettungskräfte versorgten die Verletzten vor Ort ambulant. Die Bahnstrecke musste nach dem Unfall bis 5.30 Uhr gesperrt bleiben, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.

Bahnübergang mit tragischer Geschichte

Der Übergang in Viehhausen gilt seit Jahren als besonders gefährlich. Immer wieder kommt es hier zu schweren Unfällen zwischen Zügen und Autos, die oft tödlich enden. Bereits 2018 starb Katharina K. (25) in ihrem roten Kleinwagen, nachdem die Lok ihr Auto 200 Meter weit mitgeschleift hatte. Schon 2013 war an derselben Stelle Edona B. (20) bei einem Unfall ums Leben gekommen. Am Andreaskreuz erinnern heute Gedenksteine, Blumen und Kerzen an die beiden jungen Frauen.

Forderungen nach besserer Sicherung

Seit Jahren fordern Anwohner mehr als nur ein Andreaskreuz mit Blinklicht zur Sicherung des als „Bahnübergang des Todes“ bekannten Übergangs. Die Deutsche Bahn kennt das Problem und plant laut einer Bahnsprecherin nun endlich konkrete Maßnahmen. Wie lokale Medien berichten, laufen für die Nachrüstung einer Schranke konkrete Planungen, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden könnten.

Die jüngste Tragödie unterstreicht erneut die Dringlichkeit solcher Sicherheitsmaßnahmen. Während die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang noch andauern, bleibt die Frage, ob eine frühere Installation von Schranken weitere Leben hätte retten können.

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