Die USA haben die iranische Regierung aufgefordert, die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi unverzüglich freizulassen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des US-Außenministeriums hieß es: „Wir fordern das iranische Regime auf, sie jetzt freizulassen und ihr die dringend benötigte medizinische Behandlung zukommen zu lassen.“ Riley Barnes, die für Menschenrechte zuständige Vertreterin des Außenministeriums, äußerte sich besorgt über den Gesundheitszustand der Aktivistin.
Besorgniserregender Gesundheitszustand
Unterstützer der 54-jährigen Menschenrechtsaktivistin hatten zuvor gewarnt, dass Mohammadi in Haft sterben könnte. Sie gehen davon aus, dass sie in den vergangenen Wochen zwei Herzinfarkte erlitten hat. Mohammadi leidet seit Längerem unter gesundheitlichen Problemen, die durch die Haftbedingungen im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran verschärft wurden.
Wiederholte Inhaftierung und Auszeichnung
Narges Mohammadi engagiert sich seit 25 Jahren gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe in Iran. Aufgrund ihres Einsatzes wurde sie mehrfach verhaftet und zu Haftstrafen verurteilt. Im Jahr 2023 erhielt sie den Friedensnobelpreis für ihren unermüdlichen Kampf für die Menschenrechte. Die Auszeichnung konnte sie jedoch nicht persönlich entgegennehmen, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits inhaftiert war.
Letzte Festnahme in Maschhad
Im Dezember 2024 wurde Mohammadi vorübergehend aus der Haft entlassen, nachdem ihr Gesundheitszustand sich verschlechtert hatte. Doch bereits ein Jahr später, im Dezember 2025, wurde sie in der ostiranischen Stadt Maschhad erneut festgenommen. Der Grund: Sie hatte bei einer Beerdigung die geistliche Führung Irans kritisiert. Im Februar 2026 teilte ihre Stiftung mit, dass ihr Gesundheitszustand „äußerst besorgniserregend“ sei.
Die USA und internationale Menschenrechtsorganisationen fordern nun die sofortige Freilassung der Nobelpreisträgerin. Der Fall Mohammadi zeigt erneut die prekäre Lage politischer Gefangener in Iran, die oft unter unzureichender medizinischer Versorgung leiden.



