Flug nach nirgendwo: ANA-Maschine kehrt nach 14 Stunden zum Startflughafen zurück
Was als regulärer Langstreckenflug von Tokio nach Frankfurt am Main geplant war, entwickelte sich für die Passagiere an Bord einer Maschine der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) zu einer ungewöhnlichen 14-stündigen Rundreise. Statt in Deutschland zu landen, fanden sich die Reisenden nach einem abgebrochenen Flug wieder an ihrem Ausgangsort in Japan ein.
Pünktlicher Start und plötzliche Kehrtwende über der Arktis
Der Flug mit der Bezeichnung JA875A beziehungsweise NH223 startete am Dienstag pünktlich um 10.42 Uhr Ortszeit vom Flughafen Haneda in der japanischen Hauptstadt Tokio. Die Boeing 787 Dreamliner flog zunächst planmäßig in nordöstlicher Richtung, passierte Russland und steuerte auf Alaska zu. Doch etwa sechs Stunden nach dem Start, als sich die Maschine bereits im Luftraum über der Arktis befand, kam es zu einer unerwarteten Wendung.
Anstatt den Kurs über den Nordpol Richtung Deutschland fortzusetzen, drehte das Flugzeug plötzlich um und begann den Rückflug nach Tokio. Die ungewöhnliche Route ließ sich in Echtzeit über Flugtracking-Portale wie Flightradar24 verfolgen und sorgte für Verwirrung unter Flugbeobachtern.
Technisches Problem als Ursache für den Abbruch
Wie verschiedene Medienberichte darlegen, war der Grund für die Kehrtwende eine Warnanzeige für niedrigen Öldruck in einem der Triebwerke. Obwohl es sich nach Angaben der Fluggesellschaft nicht um einen akuten Notfall handelte, entschied sich die Crew dennoch zur Umkehr. Diese Entscheidung basierte auf Sicherheitserwägungen und der Verfügbarkeit von spezialisierten Wartungsteams.
„Der Flughafen Haneda stellt für ANA einen zentralen Hub dar, auf dem qualifizierte Techniker, passendes Reparaturequipment und notwendige Ersatzteile sofort zur Verfügung stehen“, erklärte ein Sprecher der Airline. Diese Infrastruktur sei entscheidend für eine fachgerechte und schnelle Behebung des technischen Problems gewesen.
Entschuldigung für die betroffenen Passagiere
Nach etwa 10.000 zurückgelegten Kilometern in der Luft landete die Maschine schließlich wieder sicher in Tokio. Die Fluggesellschaft entschuldigte sich bei den betroffenen Passagieren für die entstandenen Unannehmlichkeiten und betonte, dass die Sicherheit stets oberste Priorität habe. Die notwendigen Reparaturarbeiten sollten ausschließlich von eigenen Spezialisten durchgeführt werden, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.
Der Flughafen Frankfurt am Main listete den Flug auf seiner Website zunächst als verspätet und kündigte eine Landung für Mittwochmittag gegen 13 Uhr an. Für die Passagiere bedeutete die ungeplante Rückkehr jedoch erhebliche Umplanungen und Wartezeiten.
Vergleich mit anderen Flugvorfällen
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie ungewöhnlicher Flugereignisse der letzten Zeit:
- Ein Condor-Flug entwickelte sich von einem geplanten Drei-Stunden-Trip zu einer 32-stündigen Odyssee
- Ein Flugbegleiter soll nackt auf der Flugzeugtoilette getanzt haben
- Zwei Tauben verursachten 56 Minuten Verspätung bei einem Inlandsflug in den USA
- Am Flughafen München schaffte es ein Mann an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ohne Ticket in ein Flugzeug
Der ANA-Flug von Tokio nach Tokio bleibt dennoch ein besonders markantes Beispiel für die Unwägbarkeiten des Luftverkehrs, bei dem Sicherheitserwägungen stets Vorrang vor pünktlichen Ankünften haben müssen.



