Frankfurter Tauschen Auto gegen Gratis-Deutschlandticket: 750 Teilnehmer im ersten Jahr
Die Stadt Frankfurt am Main setzt mit einem innovativen Angebot auf die Verkehrswende. Seit Sommer 2024 können Autobesitzer ihr Fahrzeug gegen ein kostenloses Deutschlandticket eintauschen – für ein ganzes Jahr. Das Programm »Tschüss Auto. Hallo D-Ticket« wird von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) umgesetzt und zeigt bereits beachtliche Erfolge.
Erste Bilanz: 750 Anträge und 560 abgegebene Autos
Laut einer ersten Bilanz der Traffiq, die der Frankfurter Allgemeinen vorliegt, haben knapp 750 Frankfurter die sogenannte Umweltprämie beantragt. In den ersten zwölf Monaten gaben 560 Personen tatsächlich ihr Auto ab. Für den Tausch kommen nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor infrage, und Teilnehmer müssen ein Jahr vor und nach der Prämie auf eine Neuzulassung verzichten, um Missbrauch zu verhindern.
Dauerhafter Umstieg auf den ÖPNV
Die Teilnehmenden steigen offenbar dauerhaft auf Bus und Bahn um. Eine Befragung der VGF zeigt, dass der Anteil der Autofahrer unter den Antragstellern drastisch sank: War das Auto vor der Prämie noch für jeden vierten das Hauptverkehrsmittel, wollen nach dem Gratisjahr nur noch sieben Prozent wieder hauptsächlich fahren. Gleichzeitig stieg die Bereitschaft zur dauerhaften Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs von 40 auf 58 Prozent.
Besonders bemerkenswert ist, dass in zwei Dritteln der Haushalte das Auto komplett verschwand, oft wurde zumindest der Zweitwagen abgeschafft. Stichproben ergaben, dass es keinen systematischen Missbrauch gibt, auch wenn Fahrzeuge gelegentlich an Familienangehörige weitergegeben werden.
Kosten und Zukunft des Programms
Die Stadt zahlte für das Programm im ersten Jahr rund 400.000 Euro, dem stehen zusätzliche Fahrgeldeinnahmen von 80.000 Euro gegenüber. Das Programm ist Teil der Initiative »Klimastadt Frankfurt« und läuft zunächst drei Jahre, mit Gesamtkosten von geschätzt 1,3 Millionen Euro. Es soll weiterhin Menschen motivieren, auf nachhaltige Mobilität umzusteigen und die Umwelt zu entlasten.



