Frostige Morgenfahrt: Batteriezüge in Templin müssen erst auftauen
Frostige Morgenfahrt: Batteriezüge in Templin tauen auf

Frostige Morgenfahrt: Batteriezüge in Templin müssen erst auftauen

Montagmorgens um 5.33 Uhr am Templiner Bahnhof: Die Scheiben des neuen Batteriezuges sind von außen noch zugefroren, und im Innenraum herrscht eisige Kälte. Fahrgäste wie Sarah Schulenburg, die zur Uni nach Berlin pendelt, müssen ihre Jacken anbehalten, da die Heizung nicht pünktlich hochfährt. Die Fenster tauen erst während der Fahrt langsam auf, und zusätzlich bleiben Steckdosen stromlos sowie Toiletten verschlossen.

Stromsparmaßnahmen führen zu Komforteinbußen

Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) setzt seit dem vergangenen Jahr neue Batteriezüge auf der Strecke RB12 ein, die Dieselmotoren ersetzen. Diese Züge bieten Vorteile in Laufleistung und Effizienz, doch in frostigen Nächten wird die fehlende Abwärme der E-Motoren zum Problem. Ohne ausreichende Ladung können Heizung und andere Systeme nicht betrieben werden, da die Akkus nur etwa 34 Kilometer bis zur nächsten Oberleitung in Löwenberg durchhalten müssen.

In Templin fehlt jedoch eine permanente Ladestation, was insbesondere in den frühen Morgenstunden zu erheblichen Einschränkungen führt. NEB-Sprecher Holger Reimann verspricht, dass eine solche Station bald eingerichtet wird, aber nicht mehr in diesem Winter. Zur Überbrückung hat die Bahngesellschaft zwei Maßnahmen ergriffen: Ein mobiler Batteriegenerator wurde auf dem Depot installiert, um die Züge nachts zu laden und vorzuheizen, und zwei Züge fahren vorübergehend nach Löwenberg, um dort an der Oberleitung warm zu bleiben.

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Kritik und Zukunftsperspektiven

Dirk Reckzeh, Vater einer betroffenen Fahrgastin, kritisiert, dass die Wintersituation besser hätte geplant werden müssen. Er vergleicht die Situation mit dem Vorheizen von Elektroautos an der Steckdose, um Akkus zu schonen. Trotz der aktuellen Probleme befürwortet er den Einsatz der umweltfreundlichen Batteriezüge.

Reimann betont, dass es bisher keine Zugausfälle aufgrund des Frosts gegeben habe, und hofft, dass die neuen Maßnahmen den Winter überbrücken können. Im kommenden Winter soll eine eigene Ladestation am Bahnhof installiert werden, ähnlich wie bei E-Autofahrern in der Garage, um Komfort und Zuverlässigkeit zu verbessern.

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