Gewalt gegen Zugpersonal in Berlin und Brandenburg: Rückgang der Angriffe verzeichnet
Die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr bleibt ein zentrales Thema, insbesondere nach einem tragischen Vorfall in Rheinland-Pfalz, bei dem ein Zugbegleiter nach einer Gewalttat verstarb. Dieser Fall löste bundesweit Entsetzen und intensive Diskussionen über Schutzmaßnahmen aus. In Berlin und Brandenburg zeigt die aktuelle Statistik jedoch einen positiven Trend.
Statistischer Rückgang der Angriffe im Regionalverkehr
Die Zahl der Angriffe auf Zugpersonal im Regionalverkehr von Berlin und Brandenburg ist zuletzt leicht zurückgegangen. Im Jahr 2025 verzeichnete die DB Regio Nordost in beiden Bundesländern insgesamt 615 Angriffe auf Kundenbetreuer in Zügen. Diese Daten stammen aus einer Antwort des Brandenburger Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion.
Von den registrierten Vorfällen entfielen 538 Fälle auf Beleidigungen, Bedrohungen und Nötigungen. Körperverletzungen wurden in 77 Fällen dokumentiert. Im Vergleich zum Vorjahr 2024, als noch 695 Angriffe gemeldet wurden, ist dies ein deutlicher Rückgang. Damals waren es 617 Fälle von verbaler Gewalt und 78 Körperverletzungen.
Höhepunkt der Gewalt im Jahr 2022
Ein besorgniserregender Höhepunkt wurde im Jahr 2022 erreicht, als insgesamt mehr als 1.400 Angriffe auf Zugpersonal in der Region registriert wurden. Dieser Anstieg hatte bereits zu verstärkten Sicherheitsdebatten geführt. Die aktuellen Zahlen deuten nun auf eine Entspannung der Situation hin, auch wenn die absolute Zahl der Vorfälle weiterhin alarmierend bleibt.
Rückgang auch im S-Bahn-Verkehr
Neben dem Regionalverkehr zeigt sich der positive Trend ebenfalls im S-Bahn-Bereich. Im vergangenen Jahr wurden 30 Übergriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der S-Bahn in Berlin und Brandenburg gemeldet. Im Jahr 2024 waren es noch 45 Vorfälle gewesen. Dieser Rückgang unterstreicht die Wirksamkeit ergriffener Maßnahmen, auch wenn die Sicherheit weiterhin Priorität hat.
Tragischer Vorfall in Rheinland-Pfalz löst Debatte aus
Im Februar 2026 wurde ein 36-jähriger Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz bei einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast mit Faustschlägen gegen den Kopf so schwer verletzt, dass er später seinen Verletzungen erlag. Dieser brutale Angriff sorgte für bundesweites Entsetzen und führte zu einer intensiven Debatte über die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr.
Als Reaktion auf solche Vorfälle halten die Regierungschefs der Länder einen flächendeckenden Einsatz von Webcams in Zügen für notwendig. Diese technische Maßnahme soll sowohl zur Abschreckung potenzieller Täter beitragen als auch bei der Aufklärung von Straftaten unterstützen. Die Diskussionen um weitere Schutzmaßnahmen für das Zugpersonal sind weiterhin im Gange, wobei Prävention und Sanktionen gleichermaßen im Fokus stehen.



