Schockmoment für 650 Reisende: ICE kollidiert mit Baggerarm bei Gelnhausen
Ein lautes Knallen, gefolgt von einem heftigen Ruck – so beschreiben Augenzeugen den schockierenden Moment, als der ICE 71 am Montagmorgen bei Gelnhausen in Hessen mit einem Baggerarm kollidierte. Der Ausleger des Baggers ragte in den Regellichtraum der Bahnstrecke und schlug seitlich in die Fahrerkabine des Hochgeschwindigkeitszuges, wodurch ein metergroßes Loch entstand. Der Baggerfahrer erlitt leichte Kopfverletzungen und wurde ins Krankengebracht, während alle rund 650 Passagiere an Bord des von Hamburg nach Basel fahrenden Zuges mit dem Schrecken davonkamen.
Evakuierung und Streckensperrung sorgen für landesweite Verkehrsbehinderungen
Nach dem Unfall um 9:58 Uhr auf der Strecke 3600 musste der ICE auf offener Strecke anhalten. Um die Fahrgäste sicher zu evakuieren, wurden sowohl der Strom der Oberleitung als auch die Bordversorgung des Zuges abgeschaltet. Die Deutsche Bahn entsandte einen Ersatzzug, in den die Reisenden über eine provisorische Brücke umsteigen konnten. Die Bahnstrecke zwischen Fulda und Hanau ist jedoch auf unbestimmte Zeit komplett gesperrt, da auch die Oberleitung bei dem Zusammenstoß beschädigt wurde.
Die Bundespolizei ermittelt derzeit vor Ort, um die genauen Hintergründe des Crashs und die Schadenshöhe zu klären. Ein Sprecher betonte, dass der Greifarm des Baggers sich im Regellichtraum der Bahnstrecke befand, was unmittelbar zur Kollision führte. Der Zug war aufgrund einer nahegelegenen Baustelle bereits mit reduzierter Geschwindigkeit unterwegs, als der Fahrer plötzlich stark bremsen musste.
Fernverkehr stark betroffen: Ausfälle und Verspätungen im ganzen Land
Die Sperrung der wichtigen Bahnstrecke hat erhebliche Auswirkungen auf den bundesweiten Fernverkehr. Laut Deutscher Bahn sind stündlich etwa sechs ICE-Züge in beide Richtungen betroffen, darunter Verbindungen von Frankfurt/Main nach Hamburg, Berlin, Leipzig und Dresden. Im Einzelnen sind folgende Linien betroffen:
- ICE-Züge der Verbindung Frankfurt/Main – Kassel-Wilhelmshöhe – Hannover – Hamburg
- ICE-Züge zwischen Frankfurt/Main – Wolfsburg/Braunschweig – Berlin
- ICE-Züge zwischen Frankfurt/Main – Erfurt – Berlin
- ICE-Züge zwischen Frankfurt/Main – Leipzig – Dresden
Auch im Regionalverkehr kommt es zu einzelnen Ausfällen. Ein Bahnsprecher erklärte, dass erst nach einer genauen Schadensanalyse Prognosen zur Dauer der Reparaturarbeiten möglich seien. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Fahrplanänderungen zu informieren und mit längeren Wartezeiten zu rechnen.
Die Sicherheit der Fahrgäste und die schnelle Aufklärung des Vorfalls haben für die Behörden oberste Priorität. Während der Baggerfahrer medizinisch versorgt wird, bleiben die rund 650 Passagiere des ICE 71 unverletzt, aber sichtlich erschüttert von den Ereignissen dieses Montagmorgens in Hessen.



