Kopenhagener Airport-Manager verteidigt BER: Eisregen ist schlimmstes Szenario
Kopenhagener Airport-Manager verteidigt BER-Einstellung

Kopenhagener Airport-Manager verteidigt BER-Entscheidung bei Eisregen

Zum Ende der Winterferien kam es am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) zu einer dramatischen Situation: Der Flugbetrieb wurde für rund 16 Stunden komplett eingestellt, wodurch zahlreiche Passagiere im Terminal festsaßen. Diese Maßnahme löste bei vielen Betroffenen Unverständnis aus. Doch ein erfahrener Airport-Manager aus Kopenhagen zeigt Verständnis für die schwierige Entscheidung.

Eisregen als schlimmstes Szenario

Samuel Rude, Betriebsleiter am Flughafen Kopenhagen, der nur eine Flugstunde nördlich von Berlin liegt, erklärt: „Eisregen ist definitiv eines der schlimmsten Szenarien, die es auf einem Flughafen geben kann – schlimmer als Schnee und Frost.“ Er betont, dass die Beseitigung von Eis auf Start- und Landebahnen, dem Vorfeld und dem gesamten Flughafengelände extrem schwierig sei. Zudem erfordere Eisregen einen deutlich höheren Einsatz bei der Enteisung der Flugzeuge.

Für die Abfertigungsunternehmen sei es unter solchen Bedingungen sehr schwierig, sicher an den Flugzeugen zu arbeiten. Rude äußert ausdrücklich: „Ich beneide den Flughafen Berlin wirklich nicht; ich verstehe die Situation sehr gut. Sicherheit hat oberste Priorität.“

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Vergleich mit Kopenhagener Erfahrungen

Der Betriebsleiter berichtet, dass er eine solche Eisregen-Situation in Kopenhagen noch nicht erlebt habe. Allerdings habe man dort kürzlich den meisten Schnee seit 16 Jahren verzeichnet, was ebenfalls zu Flugausfällen und Verspätungen führte. „Der Flughafen blieb jedoch offen. Eisregen hatten wir allerdings nicht“, so Rude.

Auf die Frage, ob Kopenhagen eine ähnliche Eisregen-Situation bewältigen könnte, antwortet er zurückhaltend: „Wir könnten definitiv nicht die gleiche Kapazität liefern wie bei normalem Frost, das ist sicher. Ob es zu einer Schließung führen würde, hängt von den jeweiligen Umständen ab.“

Technische Herausforderungen und Alternativen

Rude erläutert die praktischen Schwierigkeiten: Bei dem jüngsten Schneefall in Kopenhagen habe man 13 Minuten benötigt, um eine Startbahn zu räumen. Bei Eisregen würde dies deutlich länger dauern und zu einer geringeren Kapazität führen. In Kombination mit längeren Enteisungszeiten für die Flugzeuge entstehe eine Situation, mit der sich nur schwer umgehen lässt.

Zur Frage nach Alternativen zur kompletten Einstellung des Betriebs erklärt der Experte: „Ich bin kein operativer Manager am Flughafen Berlin und ich kenne die Kapazitäten dort nicht.“ Er betont jedoch abschließend: „Eisregen wirkt sich auf alle Prozesse am Flughafen aus.“ Diese umfassende Beeinträchtigung mache extreme Maßnahmen unter Umständen unvermeidbar, um die Sicherheit von Passagieren und Personal zu gewährleisten.

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