Lufthansa-Flugbetrieb nach Pilotenstreik wieder normal – Tarifkonflikt bleibt ungelöst
Lufthansa fliegt nach Streik wieder – Konflikt ungelöst

Lufthansa-Flugbetrieb nach Pilotenstreik wieder normalisiert

Nach dem Ende des zweitägigen Pilotenstreiks bei der Lufthansa hat sich der Flugbetrieb am Samstag nach Unternehmensangaben wieder normalisiert. Die Flüge werden gemäß dem regulären Flugplan durchgeführt, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Der Arbeitskampf betraf insbesondere die wichtigen Drehkreuze in Frankfurt und München, wo es zu erheblichen Einschränkungen kam.

Unternehmensangaben zu den Streikauswirkungen

Ein Unternehmenssprecher gab bekannt, dass während der beiden Streiktage mehr als 50 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms angeboten werden konnten. Bei den Langstreckenverbindungen lag dieser Anteil sogar bei 60 Prozent, was eine vergleichsweise hohe Aufrechterhaltung des Betriebs zeigt. Die Frachttochter Lufthansa Cargo konnte mehr als 80 Prozent ihres Frachtflugprogramms realisieren, während die Regionaltochter Lufthansa Cityline, die nur am Donnerstag bestreikt wurde, bereits am Freitag wieder nahezu ihr komplettes Flugprogramm anbieten konnte.

Gewerkschaft VC zieht positives Fazit

Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) widersprach diesen Angaben und zog ein eigenes, deutlich anderes Bild. Am ersten Streiktag seien von den ursprünglich von Lufthansa geplanten 800 Flügen knapp 80 Prozent ausgefallen – das entspricht über 600 Ausfällen und damit mehr als doppelt so vielen wie von VC ursprünglich prognostiziert. Auch der zweite Streiktag bei Lufthansa und Lufthansa Cargo habe sich deutlich stärker entwickelt als vorhergesagt, so die Gewerkschaft. Von den etwa 700 geplanten Flügen seien über 550 ausgefallen, was einem Ausfall von ebenfalls knapp 80 Prozent entspricht. VC bezeichnete den Streik insgesamt als „sehr erfolgreich“ und betonte die hohe Beteiligung der Piloten.

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Tarifkonflikt bleibt weiterhin ungelöst

Trotz des Endes der Streikmaßnahmen bleibt der zugrundeliegende Tarifkonflikt ungelöst. Während es bei der Regionaltochter Cityline primär um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei Lufthansa Cargo und der Kerngesellschaft um höhere Betriebsrenten. Bis zum Ende des Streiks habe kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite zur betrieblichen Altersversorgung der Beschäftigten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie zum Vergütungstarifvertrag bei Lufthansa Cityline vorgelegen, teilte VC mit. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte: „Unser Ziel ist keine Eskalation, sondern eine faire Lösung auf Augenhöhe. Dafür stehen wir jederzeit bereit.“ Die Gewerkschaft signalisierte damit ihre Verhandlungsbereitschaft, betonte aber gleichzeitig die Dringlichkeit einer Einigung.

Die Situation zeigt, dass trotz der Wiederaufnahme des normalen Flugbetriebs die Spannungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern anhalten. Beobachter erwarten, dass weitere Verhandlungen notwendig sein werden, um eine dauerhafte Lösung zu finden, die sowohl die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens als auch die Forderungen der Piloten berücksichtigt.

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