Preußen Münster: Schenk bleibt Stammtorhüter trotz Kritik - Interimscoach setzt auf Veränderungen
Schenk bleibt Preußens Nr. 1 - Interimscoach plant Veränderungen

Preußen Münster: Schenk bleibt Stammtorhüter trotz Kritik

Johannes „Jojo“ Schenk wird auch im entscheidenden „Keller-Krimi“ gegen den Tabellenletzten Magdeburg am Sonntag (13:30 Uhr, Hammer Straße) das Tor von Preußen Münster hüten. Dies bestätigte Interimscoach Kieran Schulze-Marmeling (36) eindeutig, obwohl die Statistik des jungen Torwarts in dieser Saison durchwachsen ist.

Mageres Torhüter-Bilanz wird ignoriert

Allein ein halbes Dutzend Gegentore kassierte Schenk zuletzt beim 0:6-Debakel in Dresden. In der gesamten laufenden Saison gelangen ihm lediglich zwei Zu-Null-Spiele von 26 möglichen – gegen Schalke und in Düsseldorf. Eine ziemlich magere Bilanz, die normalerweise Diskussionen über die Stammtorhüterposition auslösen würde.

Trotzdem rüttelt das sogenannte „Retter-Quartett“ um Interimscoach Schulze-Marmeling nicht an Münsters Stammkeeper. Der Trainer zeigt sich überzeugt: „Johannes Schenk ist ein überragender Torhüter. Ich bin absolut überzeugt von ihm. Jojo wird definitiv spielen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Taktische Veränderungen angekündigt

Schulze-Marmeling, der neben Sören Weinfurtner (47), Jannis Hohenhövel (34) und Christian Pander (42) die vierköpfige Übergangslösung nach der Freistellung von Ex-Trainer Alexander Ende (46) bildet, kündigt jedoch Veränderungen innerhalb der Mannschaft und des Systems an.

„Ich spüre genau, wie diese bittere Niederlage an den Jungs nagt. Sie wollen sich und allen beweisen, dass sie es viel besser können“, erklärt der Interimscoach. Die Fehler, die Schenk zuletzt unterliefen, werden ihm dabei weniger persönlich angelastet. Stattdessen sieht Schulze-Marmeling die Ursache in der taktischen Ausrichtung seines Vorgängers.

„Sodass Schenk hauptsächlich mit Kurzpässen und Spielaufbau beschäftigt war. Dabei liegen seine größten Stärken im Eins-gegen-Eins und auf der Linie“, analysiert der Trainer. Bedeutet: Schulze-Marmeling wird auf jeden Fall eine andere Vorgehensweise wählen als Ende, der hinten raus stets den spielerischen Ansatz suchte.

Gegnerorientierte Vorbereitung auf Magdeburg

Welche konkreten Ideen der Interimscoach im Kopf hat, will er vorab nicht verraten. Er sagt nur: „Wir arbeiten gegnerorientiert. Haben genau analysiert, welche Räume und Möglichkeiten uns die Gäste anbieten. Es geht darum zu schauen, was jetzt gebraucht wird.“

Nach dieser Methode gelang Preußen Münster im Vorjahr bereits das umjubelte „5:0-Wunder von Magdeburg“. Ein Erfolg, den die Mannschaft dringend wiederholen muss, um den Abstiegskampf zu meistern.

Personelle Engpässe und mediale Herausforderungen

Neben den drei langfristig verletzten „Kreuzband-Opfern“ Simon Scherder (32), Malik „Batman“ Batmaz (26) und Antonio Tikvic (21) muss Schulze-Marmeling lediglich noch auf Luca Bolay (24, Fersen-Probleme) und Charalambos „Babis“ Makridis (29) verzichten, der sich vor zwei Tagen im Training eine Muskelverletzung zuzog.

Ansonsten hat der Trainer „Full House“ bei den Preußen – was die Arbeit einerseits erleichtert, andererseits aber auch erschwert. „Sicherlich eine der unangenehmen Aufgaben meines Jobs“, gesteht Schulze-Marmeling. „Aber ich werde jedem Einzelnen genau erklären, warum ich mich so entschieden habe.“

Zudem neu für den jungen Familienvater ist die mediale Präsenz. Kamera-Auftritte vor und nach der Partie, dazu Pressekonferenzen – der übliche Ablauf rund um die 2. Liga, den er von seiner „normalen Tätigkeit“ als Coach der Oberliga-Reserve nicht kennt.

„Ich möchte mich ja auch als Trainer weiterentwickeln. Da gehört auch so etwas dazu“, erklärt Schulze-Marmeling. Letztes Jahr überließ er diese Aufgaben noch Co-Trainer Christian Pander. Diesmal will er selbst Rede und Antwort stehen.

Sollte es mit dem erhofften „Dreier“ vor ausverkauften Rängen gegen den Tabellenletzten tatsächlich klappen, dürften ihm zumindest die Interviews nach dem Abpfiff garantiert viel leichter fallen. Die Fans erwarten nach dem Dynamo-Debakel jedenfalls einen ganz anderen Auftritt ihrer „Adlerträger“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration