Lufthansa-Pilotenstreik: 347 Flüge in München annulliert – Ruhe am Flughafen
Auch am zweiten Tag des Lufthansa-Pilotenstreiks herrscht am Terminal 2 des Münchner Flughafens eine ungewöhnliche Ruhe. "Es ist nichts los", erklärte eine Flughafensprecherin auf Anfrage. Die betroffenen Passagiere seien im Vorfeld informiert worden und sind in der Regel gar nicht erst zum Flughafen gekommen. Das Terminal 2 wird in München von der Lufthansa und ihren Partner-Airlines genutzt.
Massive Flugausfälle am zweitgrößten deutschen Airport
Am Dienstag hätten am Münchner Flughafen, Deutschlands zweitgrößtem Airport, eigentlich 898 Starts und Landungen stattfinden sollen. Davon wurden jedoch 347 Flüge annulliert, wie der Flughafen am Morgen mitteilte. Diese Zahl umfasst alle Airlines – gesonderte Angaben zu den vom Streik betroffenen Flügen der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline wurden nicht veröffentlicht. Interessanterweise waren auf der Homepage des Flughafens bis zum Mittag auch Lufthansa-Flüge als gestartet, abgeschlossen oder geplant gelistet.
Nächste Streikwelle steht bereits bevor
Der Streik der Pilotinnen und Piloten begann am Montag um 0.01 Uhr und soll insgesamt 48 Stunden dauern. Beim Ferienflieger Eurowings waren lediglich am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen. Es handelt sich bereits um die vierte Streikwelle bei der Lufthansa in jüngster Zeit. Doch die Unruhe ist noch nicht vorbei: Bereits am Mittwoch und Donnerstag kommt es zum nächsten Ausstand.
Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Mit dieser dann fünften Streikwelle des fliegenden Personals wird sogar der Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa an diesem Mittwoch überschattet. Die Gewerkschaften planen zudem eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen.
Zusätzliche Belastung durch Bauarbeiten
Neben den Streiks ist auch die Anbindung des Flughafens an den öffentlichen Nahverkehr derzeit beeinträchtigt. Dies liegt allerdings nicht am Warnstreik – auch nicht dem parallel laufenden im Nahverkehr – sondern an umfangreichen Bauarbeiten. Ihretwegen fahren noch bis Freitagmorgen keine Züge zum Flughafen. Aus Neufahrn und Ismaning wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten.
Die Situation bleibt für Passagiere somit auch nach dem Ende des Pilotenstreiks angespannt. Reisende sollten sich vorab über mögliche Auswirkungen informieren und alternative Transportmöglichkeiten in Betracht ziehen.



