MVG-Streik legt Münchner Nahverkehr lahm: Alle Alternativen im Überblick
Ein erneuter Streik der Gewerkschaft Verdi bringt am Donnerstag den öffentlichen Nahverkehr in München weitgehend zum Erliegen. Von Mittwoch, 18. März, 11 Uhr bis Freitag, 20. März, 4 Uhr sind alle Tarifbeschäftigten der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Stadtwerke München (SWM) im Ressort Mobilität zum Arbeitskampf aufgerufen. Betroffen sind U-Bahn, Trambahn und Buslinien bis zur Nummer 199. Ein regulärer Betrieb wird voraussichtlich erst ab Freitagmorgen wieder möglich sein.
Welche Verkehrsmittel fahren trotz Streik?
S-Bahn und Regionalzüge gehören zur Deutschen Bahn und sind vom Streik nicht betroffen. Sie verkehren fahrplanmäßig. Bestimmte Regionalbahnen halten auch innerhalb Münchens: Aus dem Oberland (RB 55/56/57) wochentags in Solln, bei den Siemenswerken, Harras, Donnersbergerbrücke und Hauptbahnhof. Von Rosenheim (RB 58) bedient Deisenhofen, Solln, Siemenswerke, Mittersendling, Harras, Heimeranplatz, Donnersbergerbrücke, Hauptbahnhof. Zwischen Grafing, Ostbahnhof und Hauptbahnhof verkehren RE 5 und RB 58. Aus Passau bzw. Landshut hält RE 3 in Freising und Hauptbahnhof, RB 33 zusätzlich in Unterschleißheim, Feldmoching und Moosach. Aus Augsburger Richtung halten RB 87, RE 80 und RE 89 in Pasing und Hauptbahnhof.
Busse mit Liniennummern ab 200 werden von privaten Unternehmen betrieben und sind nicht bestreikt, könnten aber unregelmäßig fahren. Regionalbusse der Umlandlandkreise fallen ebenfalls nicht unter den Streikaufruf.
Leihräder und E-Scooter als flexible Optionen
Für alle, die nicht zu Fuß gehen können oder kein eigenes Fahrzeug haben, bieten sich zahlreiche Sharing-Angebote an:
- Call a Bike (Deutsche Bahn): Über 270 Stationen in München, mehr als 1000 Räder. Tarife: „Starter“ (1 € Freischaltgebühr, 1 €/15 Min., max. 12 €/Tag), „Basic“ (4,90 €/Jahr, 0,50 € Freischaltgebühr, 1 €/15 Min., max. 7 €/Tag), „Premium“ (5,90 €/Monat, keine Freischaltgebühr, erste 30 Min. gratis, dann 1 €/30 Min., max. 5 €/Tag).
- Dott (ehemals Tier): E-Bikes und E-Scooter, Parken auf blau markierten Flächen in der App, besonders im Altstadtring. Preise variieren je nach Region.
- Emmy: Elektroroller in Rot, 4,95 € Registrierungsgebühr (wird als Guthaben gutgeschrieben), 1 € Freischaltgebühr, 0,36 €/Fahrminute, 0,19 €/Parkminute, 24-Stunden-Pass für 35 €. Rückgabe auf öffentlichen Parkplätzen im Geschäftsgebiet mit Foto-Upload.
- Voi: Schwedischer Anbieter, 0,99 € Freischaltgebühr, 0,24 €/Minute, Minutenpakete oder Abo möglich. Parken auf ausgewiesenen Abstellplätzen, Verbote in Parks und sensiblen Bereichen.
- Lime: E-Scooter und E-Bikes mit austauschbaren Batterien, 1 € Freischaltgebühr, ca. 0,25 €/Minute, Preise variieren nach Nachfrage. Innerhalb des Altstadtrings nur auf ausgewiesenen Flächen parken.
Praktische Tipps für die Nutzung
Für alle Sharing-Dienste gilt: Registrierung erfolgt über die jeweilige App (iPhone/Android), oft auch integriert in die MVG-Go-App. Zahlung per Kreditkarte, PayPal, Apple Pay oder Lastschrift. Beachten Sie die Parkregeln: Innenstadt oft nur auf markierten Flächen, Gehwege, Parks und Bushaltestellen sind tabu. Falschparken kann zu Strafzetteln oder Abschleppkosten führen. Helmpflicht besteht nicht, wird aber empfohlen.
Planen Sie bei Reisen am Donnerstag deutlich mehr Zeit ein und prüfen Sie frühzeitig die Verfügbarkeit von Alternativen. Die MVG rät, nicht notwendige Fahrten zu verschieben. Bei Fragen helfen die Apps der Anbieter oder die MVG-Website weiter.



