Niedersachsen setzt sich für mehr regionale Kennzeichen ein: Heimatgefühl auf dem Nummernschild
Niedersachsen will mehr regionale Kennzeichen im Bundesrat

Niedersachsen kämpft für mehr regionale Kennzeichen im Bundesrat

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne macht sich im Bundesrat für mehr Lokalkolorit auf den Autokennzeichen stark. Der SPD-Politiker unterstützt einen Antrag aus Hessen, der durch eine Liberalisierung der Kennzeichenkürzel eine stärkere lokale Identifikation und Verbundenheit bewirken soll. Der Bundesrat wird sich am Freitag mit diesem Vorhaben befassen.

Kennzeichen als Stück Heimat und Identität

„Kfz-Kennzeichen sind mehr als reine Verwaltungskürzel. Für viele Menschen sind sie ein Stück Heimat, mit dem sie sich identifizieren“, betonte Tonne in einem Gespräch mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Der Minister erklärte weiter: „Wir wollen den Kommunen mehr Möglichkeiten geben, ihre regionale Besonderheit sichtbar zu machen.“

Ein prägnantes Kennzeichen könne laut Tonne ein echter Gewinn für Tourismus, Wirtschaft und regionale Entwicklung sein. Der Politiker verwies dabei auf die erfolgreiche Wiedereinführung früherer Kennzeichen seit dem Jahr 2012, die das große Interesse der Bevölkerung an dieser Thematik deutlich zeige. Zu den wiedereingeführten Kennzeichen in Niedersachsen gehören beispielsweise ALF für Alfeld oder NOR für Norden.

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Wolfsburg als Vorreiter mit zwei Kennzeichenvarianten

Bisher können zusätzliche Kennzeichen vor allem unter zwei Bedingungen vergeben werden: entweder wenn frühere Kennzeichen reaktiviert werden oder wenn die möglichen Kombinationen in einem Zulassungsbezirk knapp werden. Letzteres ist in Niedersachsen nach Auskunft des Verkehrsministeriums bisher erst in einer einzigen Stadt passiert: in der Volkswagen-Heimat Wolfsburg.

Dort wurde als Alternative zum üblichen WOB auch die Variante WBG ermöglicht. Der Hintergrund dieser doppelten Kennzeichenvergabe liegt in den technischen Beschränkungen: Kfz-Kennzeichen dürfen maximal aus acht Zeichen bestehen. Bei Elektroautos aus Wolfsburg, die zusätzlich zu WOB auch die Endung E führen, wurden die Kombinationsmöglichkeiten besonders knapp.

Weitere Zulassungsbezirke, in denen die Nummernschild-Varianten auszugehen drohen, sind dem Ministerium in Hannover derzeit nicht bekannt. Die Situation in Wolfsburg zeigt jedoch, wie praktische Erfordernisse und regionale Identität bei der Kennzeichenvergabe zusammenkommen können.

Bundesratsentscheidung mit Signalwirkung

Die anstehende Bundesratsentscheidung am Freitag könnte wegweisend für die Zukunft der Kfz-Kennzeichen in Deutschland sein. Sollte der hessische Antrag Erfolg haben, würden Kommunen bundesweit mehr Spielraum erhalten, um ihre lokale Identität auf den Nummernschildern sichtbar zu machen.

Verkehrsminister Tonne betonte abschließend: „Die positive Resonanz auf die Wiedereinführung alter Kennzeichenkürzel seit 2012 zeigt, dass die Menschen diese Form der regionalen Identifikation schätzen. Es geht nicht nur um Verwaltung, sondern um Heimatgefühl und lokale Verbundenheit.“

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