ÖPNV-Preise in deutschen Großstädten deutlich gestiegen
Eine aktuelle Untersuchung des ADAC offenbart erhebliche Preisunterschiede im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) deutscher Großstädte. Der Vergleich der Tarife in 25 Metropolen zeigt, dass Monatstickets im Durchschnitt 103,33 Euro kosten – deutlich mehr als das bundesweit gültige Deutschlandticket für 63 Euro.
München schneidet preislich am besten ab
Die bayerische Landeshauptstadt München bietet mit 71,40 Euro die günstigste Monatskarte unter den untersuchten Städten. Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit Köln und Bonn müssen Pendler hingegen 140,50 Euro berappen – fast das Doppelte des Deutschlandtickets. Als Vergleichsgrundlage diente jeweils das reine Stadtgebiet ohne Vororte.
„Wer regelmäßig mit der Familie unterwegs ist oder das Ticket gelegentlich übertragen will, fährt in München womöglich günstiger“, erklärt der ADAC. Das Münchner Monatsticket ist übertragbar und erlaubt die Mitnahme mehrerer Kinder bis 14 Jahre.
Preissteigerungen überdurchschnittlich hoch
Seit dem letzten ADAC-Vergleich im Jahr 2021 haben sich die Tarife der Verkehrsverbünde über alle Ticketarten hinweg um durchschnittlich 27 Prozent verteuert. Damit liegen die Preiserhöhungen deutlich über der allgemeinen Inflation von 22 Prozent im gleichen Zeitraum.
Das Deutschlandticket selbst wurde seit seiner Einführung im Mai 2023 für 49 Euro in zwei Schritten auf nunmehr 63 Euro angehoben – ein Plus von 28,6 Prozent. Ende 2025 nutzten etwa 14,7 Millionen Menschen das bundesweite Abonnement.
Einzel- und Tagestickets im Vergleich
Für Gelegenheitsfahrer bleiben Einzeltickets relevant, wobei oft Tageskarten die wirtschaftlichere Wahl darstellen. Die Preise für eine einfache Fahrt reichen laut ADAC von 2,90 Euro in Erfurt bis 4,20 Euro in Augsburg und München.
Tagestickets kosten im Schnitt 8,44 Euro – am teuersten in Berlin mit 11,20 Euro, am günstigsten in Bielefeld mit 6,70 Euro. Wochentickets, die nur noch in 15 der 25 untersuchten Städte angeboten werden, liegen bei einem Durchschnittspreis von 32,46 Euro.
Individuelle Nutzung entscheidend
Der ADAC betont, dass die Wirtschaftlichkeit stark von der persönlichen Nutzung abhängt. Zwar überzeugt das Deutschlandticket preislich, doch wer Wert auf Übertragbarkeit oder die Mitnahme von Erwachsenen, Kindern, Fahrrädern oder Hunden legt, könnte mit klassischen Monatstickets in manchen Städten besser fahren.
In einigen Kommunen wie Hamburg seien die lokalen Monatsangebote als Reaktion auf das konkurrierende Deutschlandticket bereits günstiger geworden. Wochentickets lohnen sich laut Studie nur in bestimmten Fällen – etwa für Touristen – und gelten in vielen Städten als Auslaufmodell.



