Verdi weitet Warnstreiks im ÖPNV aus: Halle und Dessau betroffen - Aktionen bis Sonntag
ÖPNV-Warnstreiks in Sachsen-Anhalt ausgeweitet auf Halle und Dessau

Verdi weitet Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr in Sachsen-Anhalt aus

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Sachsen-Anhalt deutlich ausgeweitet. Nachdem bereits am Donnerstag in Magdeburg und dem Burgenlandkreis gestreikt wurde, sind seit Freitagmorgen auch die Städte Halle und Dessau von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Die Streikaktionen sollen planmäßig bis in den Sonntagmorgen hinein andauern und den gesamten öffentlichen Nahverkehr in diesen Regionen lahmlegen.

Gute Stimmung unter streikenden Beschäftigten trotz festgefahrener Verhandlungen

Die Stimmung unter den streikenden Beschäftigten wird von Gewerkschaftsvertretern als ausgesprochen positiv beschrieben. „Wir sind sehr zufrieden. Die Stimmung ist sehr gut. Die Leute freuen sich über gutes Wetter, auch wenn der Arbeitgeber eisig bleibt“, erklärte Gewerkschaftssekretär Wieland Kämpfe in Dessau. Die Kolleginnen und Kollegen seien äußerst motiviert und bereit, entschlossen für ihre beruflichen Belange einzutreten. In Halle bestätigte Verdi diese Einschätzung und betonte, dass aktuell keine Bahnen und Busse verkehren würden, da die Beschäftigten geschlossen für ihre berufliche Zukunft einstehen.

Kernforderungen: 35-Stunden-Woche und verbesserte Arbeitsbedingungen

Im Zentrum des Arbeitskampfes stehen mehrere zentrale Forderungen der Gewerkschaft Verdi:

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  • Die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem finanziellen Lohnausgleich für alle Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr.
  • Als alternative Lösung schlägt Verdi ein flexibles Wahlmodell vor, das den Beschäftigten ermöglichen soll, freiwillig längere Arbeitszeiten gegen zusätzliche Vergütung, mehr freie Tage oder Zeitgutschriften einzutauschen.
  • Deutlich höhere Zuschläge für Arbeit in Nachtstunden und an Wochenenden, um die besonderen Belastungen dieser Dienstzeiten angemessen zu honorieren.

Weitere Forderungen: Ruhezeiten und Ausbildungsverbesserungen

Neben den Arbeitszeitregelungen pocht die Gewerkschaft auf verbindliche und verlässliche Ruhezeiten. Es müssen ununterbrochene Ruhezeiten ohne Ausnahmeregelungen gewährleistet werden, um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten im ÖPNV nachhaltig zu schützen. Darüber hinaus fordert Verdi konkrete Verbesserungen für Auszubildende in der Branche, insbesondere:

  1. Mehr Freistellungen für die Vorbereitung auf Prüfungen während der Ausbildungszeit.
  2. Die vollständige Übernahme der Kosten für den beruflich notwendigen Führerschein durch die Arbeitgeber.

Gewerkschaft kritisiert strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV

Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt übte scharfe Kritik an den kommunalen Arbeitgebern: „Überall hören wir das gleiche: kein Spielraum bei der Arbeitszeit, kein ernstzunehmendes Angebot zur Entlastung. Gleichzeitig wissen alle um die enorme Belastung in den Betrieben“. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, die strukturelle Unterfinanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs auf dem Rücken der Beschäftigten austragen zu wollen. „Das lassen wir nicht zu“, so Schmidts entschiedene Stellungnahme. Die Streikausweitung wird als deutliches Signal verstanden, dass Verdi bereit ist, den Druck in den Tarifverhandlungen weiter zu erhöhen, bis substantielle Zugeständnisse erreicht werden.

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