Polen senkt Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe drastisch
Ein Ausflug nach Polen während der Osterfeiertage könnte sich für deutsche Autofahrer in diesem Jahr besonders finanziell lohnen. Die polnische Regierung unter Premierminister Donald Tusk bereitet laut der Nachrichtenagentur PAP eine deutliche Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe vor.
Steuersenkung von 23 auf 8 Prozent geplant
Die Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel soll von aktuell 23 Prozent auf nur noch 8 Prozent gesenkt werden. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Pakets zur Entlastung der Verbraucher angesichts der globalen Kraftstoffpreiskrise. Premierminister Tusk erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Menschen weltweit unter den Folgen des Iran-Kriegs leiden würden.
„In Polen betreffen diese Folgen vor allem die Spritpreise, die wir alle an den Tankstellen sehen. Jeder versteht, dass dies eine direkte Folge der Militäroperationen im Nahen Osten und der daraus resultierenden globalen Kraftstoffpreiskrise ist“, sagte der 68-jährige Regierungschef.
Konkrete Preissenkungen vor Ostern erwartet
Tusk versprach, dass noch vor den Osterfeiertagen die Preise für alle Kraftstoffe um etwa 1,2 Zloty (28 Cent) pro Liter sinken sollten. Zusätzlich zur Mehrwertsteuersenkung sei eine Reduzierung der Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe auf das von den EU-Vorschriften geforderte Minimum in Vorbereitung.
Die geplanten Senkungen im Detail:
- Senkung der Verbrauchsteuer bei Benzin um 29 Groszy
- Senkung der Verbrauchsteuer bei Diesel um 28 Groszy
- Dies entspricht jeweils etwa 6 bis 7 Cent pro Liter
Maßnahmen gegen Preistreiberei und Tank-Tourismus
Die polnische Regierung plant zudem einen Mechanismus, der garantieren soll, dass die Steuersenkungen tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen. „Dies wird nicht den Kraftstoffhändlern in die Hände spielen, sondern die Maßnahmen sollen tatsächlich zu Preissenkungen führen“, betonte Tusk.
Für die Dauer der reduzierten Steuersätze soll ein Höchstpreis für Kraftstoffe im Einzelhandel eingeführt werden. Der Energieminister werde tägliche Preislimits festlegen, um Missbrauch zu verhindern.
Gleichzeitig will die polnische Regierung verhindern, dass ausländische Autofahrer die Preissenkungen übermäßig ausnutzen. Wie die Agentur Reuters berichtet, prüft Polen Maßnahmen gegen Tank-Tourismus, darunter möglicherweise ein System nach slowakischem Vorbild, bei dem Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen höhere Preise zahlen müssen.
Attraktivität für deutsche Autofahrer
Bereits jetzt lohnt sich für viele Deutsche ein Tankausflug ins Ausland, insbesondere in grenznahe Regionen. Die geplanten Steuersenkungen könnten diesen Trend zu Ostern noch verstärken, falls die polnischen Maßnahmen gegen Tank-Tourismus nicht rechtzeitig umgesetzt werden.
Die Kombination aus Mehrwertsteuersenkung, Verbrauchsteuerreduzierung und täglichen Preislimits könnte Polen vorübergehend zu einem der günstigsten Tankstellenmärkte in Mitteleuropa machen. Für deutsche Autofahrer in Grenzregionen stellt sich damit die Frage, ob sich die Fahrt über die Oder für eine volle Tankfüllung lohnen wird.



