Rallye-Ass Jutta Kleinschmidt schult Malteser-Rettungskräfte im sicheren Fahren
Für Rettungsfahrer gilt es, schnell, aber vor allem sicher ans Ziel zu gelangen. Unter dem Druck von Blaulicht und Sirene in städtischen Gebieten sind spezielle Sicherheitstrainings unverzichtbar. In Kempten erhielten Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes nun eine außergewöhnliche Schulung von einer wahren Motorsport-Ikone: Jutta Kleinschmidt, die einzige Frau, die jemals die legendäre Dakar-Rallye gewinnen konnte.
Profiwissen für den Rettungsalltag
Kleinschmidt, 63 Jahre alt, unterstrich die Relevanz solcher Trainings, selbst für erfahrene Fahrer. „Man kann immer etwas dazulernen“, betonte sie. Da es bei Einsatzfahrten darum gehe, zügig zum Ort des Geschehens oder mit Patienten ins Krankenhaus zu gelangen, seien Tipps aus dem Rennsport äußerst wertvoll. „Die Jungs und Mädels sind ja ziemlich schnell unterwegs“, kommentierte sie die Teilnehmer.
Grundlagen wie Sitzposition und Lenktechnik im Fokus
Die Rallye-Spezialistin legt besonderen Wert auf fundamentale Aspekte des Fahrens. Dazu zählen eine korrekte Lenktechnik und vor allem die optimale Sitzposition. „Meistens sitzt man zu weit weg“, erklärte Kleinschmidt. „Auch eine ruhige Lenkbewegung ist wichtig, um das Fahrzeug auf der Strecke zu halten.“ Diese Details können bereits über Sicherheit oder Risiko entscheiden.
Begeisterte Resonanz der Teilnehmer
Die Rettungskräfte der Malteser aus ganz Deutschland, die für das Training ins Allgäu reisten, zeigten sich begeistert. Ein Teilnehmer fasste es zusammen: „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, und man nimmt immer was mit.“ Dies unterstreicht den praktischen Nutzen solcher Schulungen für den Einsatzalltag.
Defensive Fahrweise trotz Zeitdrucks
Für Fahrer von Krankentransporten und Feuerwehrfahrzeugen sind Sicherheitstrainings bundesweit etabliert. Inhalte wie Kurvenfahren, Bremsmanöver und Reaktionen auf plötzliche Hindernisse stehen im Mittelpunkt. Studien haben wiederholt gezeigt, dass das Unfallrisiko bei Einsatzfahrten deutlich erhöht ist. Michael Schäfers, Leiter Rettungsdienst bei den Maltesern, betonte: „Uns geht es um eine defensive Fahrweise auch bei Einsatzfahrten.“ Daher seien Fahrsicherheitstrainings fester Bestandteil der regelmäßigen Weiterbildung des Personals, um die Verkehrssicherheit kontinuierlich zu gewährleisten.



