Rostocker Protest gegen Tram-Streichung: Seniorenzentrum und Anwohner kämpfen um Linie
Rostock: Lautstarker Protest gegen Streichung der Straßenbahnlinie

Lautstarker Protest gegen geplante Tram-Streichung in Rostock

Vor dem Rostocker Rathaus hat sich am 22. April ein lauter Protest gegen die geplante Streichung der Straßenbahnlinie zwischen dem Zoo und der Endhaltestelle Neuer Friedhof formiert. Mehr als 100 Demonstranten versammelten sich direkt vor Beginn der Bürgerschaftssitzung auf dem Neuen Markt, um den Erhalt dieser wichtigen Verkehrsverbindung in der Rostocker Südstadt zu fordern.

Seniorenzentrum Stadtweide besonders betroffen

Unter den Protestierenden befanden sich zahlreiche Mitarbeiter und Bewohner des AWO-Seniorenzentrums Stadtweide, das in unmittelbarer Nähe der bedrohten Endhaltestelle liegt. Andrea Bülow, Leiterin der Betreuung im Seniorenzentrum, betonte eindringlich: „Wir brauchen die Tram.“ Die Linie sei nicht nur für die mehr als 100 Mitarbeiter essenziell, um zur Arbeit zu gelangen, sondern auch für Ausflüge mit den Bewohnern und den Besuch von Familienangehörigen.

„Wenn diese Haltestelle wegfällt, wird es richtig schwierig für uns“, erklärte Bülow. Aktuell werden im Seniorenzentrum Stadtweide 109 Bewohner betreut, deren Mobilität und soziale Teilhabe durch die Streichung massiv eingeschränkt würden.

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Organisator wirft Stadt falsche Zahlen vor

Organisiert wurde die Demonstration von Steffen Rex aus Kritzmow, der erst kürzlich eine Petition mit mehr als 3200 Unterschriften zum Erhalt der Straßenbahnlinie an Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) übergeben hatte. Rex warf Verkehrssenatorin Ute Fischer-Gäde (Grüne) vor, unwahre Behauptungen zu verbreiten.

„Die von der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) und Frau Dr. Fischer-Gäde kommunizierten Fahrgastzahlen von 705 pro Tag sind nicht korrekt“, so Rex. „Die aktuell erhobenen Fahrgastzahlen sind fast doppelt so hoch.“ Die Unterstützer der Petition seien entsetzt und zutiefst enttäuscht darüber, dass sowohl die RSAG als auch die Senatorin scheinbar versuchten, die Petition mit falschen Fakten zu entkräften.

Pläne der RSAG und Protest geht weiter

Die Rostocker Straßenbahn AG plant, die Straßenbahnlinie zur Endhaltestelle Neuer Friedhof aus Kostengründen sowie wegen angeblich zu niedriger Fahrgastzahlen durch Busse zu ersetzen. Mit dem Abriss der Rennbahnbrücke ab Oktober wird die Straßenbahnverbindung zwischen Zoo und Neuer Friedhof vorübergehend gekappt. Auch nach dem Neubau der Brücke soll auf dieser Strecke keine Bahn mehr verkehren, was bei den Anwohnern und Nutzern auf massive Kritik stößt.

Steffen Rex kündigte an, den Protest fortzusetzen und weiter für den Erhalt der Linie zu kämpfen. Die Demonstration hat gezeigt, dass die geplante Streichung nicht nur ein Verkehrsthema ist, sondern tief in den Alltag vieler Rostocker eingreift – besonders von Senioren, Pflegekräften und Familien.

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