Rostock schafft feste Abstellflächen: So will die Stadt E-Roller-Chaos beenden
Rostock schafft feste Abstellflächen gegen E-Roller-Chaos

Rostock ergreift Maßnahmen gegen das E-Roller-Chaos

Seit dem Jahr 2019 prägen E-Scooter das Stadtbild von Rostock, doch fast genauso lange sorgen sie für erheblichen Ärger. Immer wieder werden die Roller mitten auf Gehwegen oder an Haltestellen abgestellt, oder es wird mit ihnen durch Fußgängerzonen gefahren. Bereits im Jahr 2022 beauftragte die Rostocker Bürgerschaft die Stadtverwaltung, entsprechende Maßnahmen zu entwickeln, um Konflikte zwischen E-Scooter-Fahrern und anderen Verkehrsteilnehmern zu reduzieren. Nun zieht die Hansestadt konkrete Konsequenzen.

Feste Abstellplätze als zentrale Lösung

Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen das Chaos sind feste Abstellflächen für E-Roller. „Damit alle Verkehrsteilnehmenden sicher unterwegs sein können, schaffen wir nach und nach feste Abstellflächen für E-Scooter“, erklärt Rostocks Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, Ute Fischer-Gäde von Bündnis 90/Die Grünen. Bisher konnten die Roller im sogenannten Free-Floating-System flexibel im öffentlichen Raum abgestellt werden, was oft zu ungeordneten Zuständen führte.

Im Oktober 2025 stimmte die Bürgerschaft für einen gemeinsamen Antrag von Linksfraktion, Bündnis 90/Die Grünen/Volt und SPD, der genau diese Maßnahme forderte. Die Stadt erhofft sich dadurch nicht nur eine Verbesserung der Verkehrssicherheit, sondern auch ein geordneteres Stadtbild. „Darüber hinaus arbeitet die Stadtverwaltung an weiteren Maßnahmen“, ergänzt Stadtsprecher Ulrich Kunze.

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Konkrete Standorte und weitere Pläne

Die festen Abstellplätze entstehen laut Kunze unter anderem an den sogenannten Mobilpunkten. Bereits zwölf dieser Punkte existieren: sechs in der Innenstadt und sechs verteilt im weiteren Stadtgebiet, beispielsweise am Dierkower Kreuz. Weitere Standorte sollen noch in diesem Jahr folgen, insbesondere in der Innenstadt und in Warnemünde.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören:

  • Abstellverbotszonen an stark frequentierten Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs
  • Abgestimmte Verfahren zur Ahndung ordnungswidrig abgestellter E-Scooter
  • Abstimmung mit dem Blinden- und Sehbehinderten-Verein MV bei sensiblen Standorten
  • Gemeinsame Betrachtung möglicher Handlungsbedarfe in Warnemünde mit der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde

Nutzungswandel und Informationskampagne

Laut der Hansestadt hat sich die Nutzung von E-Scootern in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Waren anfangs vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 24 Jahren unterwegs, liegt der größte Anteil inzwischen in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Rund 32,4 Prozent der Fahrten werden von Berufspendelnden oder für geschäftliche Wege genutzt, nennt Kunze konkrete Zahlen.

Neben den strukturellen Maßnahmen setzt die Stadt auch auf Aufklärung. Seit 2023 wird jedes Frühjahr eine Plakatkampagne ausgerollt, pünktlich zum Beginn der E-Roller-Saison. Diese Kampagne informiert über richtiges Verhalten und trägt so dazu bei, Konflikte präventiv zu reduzieren.

Insgesamt zeigt Rostock mit diesem umfassenden Ansatz, dass die Stadt die Herausforderungen durch E-Scooter ernst nimmt und aktiv an einer nachhaltigen Lösung arbeitet. Die Kombination aus festen Abstellplätzen, Sperrzonen und Aufklärung soll langfristig für mehr Sicherheit und Ordnung im Stadtverkehr sorgen.

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