Kreistag beschließt Reform: Schülertickets verlieren Gültigkeit im Rufbus-System
Rufbus-Reform: Keine Schülertickets mehr gültig

Rufbus-System wird grundlegend reformiert: Schüler müssen künftig zahlen

Der Kreistag Ludwigslust-Parchim hat eine umfassende Optimierung des seit rund zehn Jahren bestehenden Rufbussystems beschlossen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das bedarfsorientierte Nahverkehrsangebot flexibler und verlässlicher zu gestalten, während gleichzeitig der Missbrauch eingedämmt werden soll. Die bedeutendste Änderung betrifft dabei die Schülerbeförderung, die das System in der Vergangenheit erheblich belastet hat.

Schülerfahrten überlasten System ohne Einnahmen

Immer häufiger hatten Schülerinnen und Schüler den Rufbus für ihre Fahrten genutzt, da dieser oft schneller zum Ziel führte als der reguläre Schülerverkehr. Diese Entwicklung führte jedoch zu einer erheblichen Überlastung des Systems, ohne dass zusätzliche Einnahmen generiert wurden. Künftig dürfen Rufbusse nicht mehr mit herkömmlichen Schülerausweisen oder Schülerjahrestickets benutzt werden.

Schüler, die weiterhin den Rufbus nutzen möchten, müssen auf reguläre Tarifangebote der Verkehrsbetriebe VLP zurückgreifen. Dazu zählt beispielsweise das LUP-Schüler-Deutschlandticket, das monatlich 33 Euro kostet. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass das Rufbus-System nicht länger als kostenlose Alternative zum normalen Schülerverkehr genutzt wird.

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Neue Gebührenstruktur und Sanktionen bei Nichterscheinen

Weitere wichtige Änderungen betreffen die Gebührenstruktur und das Verhalten der Fahrgäste. Für Personen, die eine Rufbus-Buchung vornehmen, dann aber nicht erscheinen und die Buchung nicht stornieren, wird künftig ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 20 Euro fällig. Diese Summe kann auf drei Euro reduziert werden, wenn der Fahrgast nachweisen kann, dass er das Nichterscheinen nicht zu vertreten hat.

Zusätzlich wird ein Service-Entgelt von drei Euro erhoben für:

  • Ausstieg an einem Wunschort
  • Ein- oder Ausstieg an virtuellen Haltestellen
  • Fahrten, die nicht an einem Verknüpfungspunkt beginnen oder enden
  • Ein- und Ausstieg an Haltestellen außerhalb des Landkreises (mit Ausnahme von Schwerin)

Optimierung gegen hohe Ablehnungsquote

Die Verkehrsbetriebe VLP verfolgen mit diesen Reformen das Ziel, die Kosten für das Rufbussystem zu senken und die Auslastung so zu optimieren, dass die Ablehnungsquote für Fahrgäste deutlich sinkt. Aktuell lehnt das Buchungssystem etwa 20 Prozent aller Rufbus-Buchungen ab, obwohl eigentlich Plätze verfügbar wären.

Dies geschieht, weil das System Touren aufgrund von Mehrfachbuchungen, falschen Angaben zur tatsächlichen Anzahl der Fahrgäste oder nicht stornierten Fahrten als ausgebucht wertet. Die neuen Regelungen sollen diese Probleme minimieren und das System effizienter machen.

Schüler-Freizeit-Ticket bleibt erhalten

Eine zunächst vorgesehene Abschaffung des Schüler-Freizeit-Tickets zum Preis von 16,50 Euro wurde vom Kreistag abgelehnt. Dies geschah auf Initiative der CDU-Fraktion, deren Fraktionsvorsitzender Christian Geier argumentierte: „Für Schüler, die nicht regelmäßig mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind, lohnt sich das Schüler-Deutschlandticket nicht.“

Nach Ansicht der CDU-Fraktion sind die regulären Einzelpreise für Jugendliche, die nur zwei- oder dreimal im Monat zu Veranstaltungen fahren möchten, unattraktiv. „Das Freizeitticket ermöglicht Jugendlichen eine elternunabhängige und dazu umweltfreundliche Mobilität in unserem Landkreis und kann sie damit vielleicht auch perspektivisch als regelmäßige Nutzer gewinnen“, führte Geier weiter aus.

Die Reformen des Rufbus-Systems markieren einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Während Schüler künftig für die Nutzung des Rufbusses zahlen müssen, bleibt das Freizeitticket als wichtige Mobilitätsoption für Jugendliche erhalten.

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