Rufbus-Debatte in Vorpommern: SPD und Linke fordern schnelle Anbindung für Greifswalder Umland
Rufbus-Streit: Greifswalder Umland soll schnell angeschlossen werden

Rufbus-Kontroverse in Vorpommern: Politische Fronten für bessere Anbindung des Greifswalder Umlandes

Im Kreistag Vorpommern-Greifswald haben die Fraktionen der SPD und Die Linke eine Beschlussvorlage zur Einführung eines flexiblen Rufbussystems für das Greifswalder Umland eingereicht. Das Ziel ist klar definiert: Eine bedarfsgerechte Anbindung der ländlichen Gemeinden an die Stadt Greifswald soll geschaffen werden, um die Mobilität für Pendler und Bewohner deutlich zu verbessern.

SPD und Linke drängen auf schnelle Umsetzung

Die Antragsteller fordern den Landrat auf, gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG) Gespräche mit der Stadt Greifswald und den örtlichen Verkehrsbetrieben zu führen. Dabei soll ein maßgeschneidertes Rufbusangebot entwickelt werden, das die bestehenden Linien ergänzt und die Netze zwischen Umland und Stadt besser verzahnt. Hintergrund dieser Initiative ist die aktuelle Aufteilung in zwei separate Konzessionsgebiete: Während das Umland komplett von der VVG bedient wird, liegt die Stadt in der Verantwortung der Verkehrsbetriebe Greifswald.

Die geplante Umsetzung soll im Rahmen der bestehenden ÖPNV-Fördermöglichkeiten erfolgen. Die Initiatoren streben eine Landesförderung in Höhe von 75 Prozent der Gesamtkosten an. Im aktuellen Doppelhaushalt 2026/2027 sind bereits jeweils 100.000 Euro über den Haushaltstitel 54701 „ÖPNV Betrieb Zuschüsse“ eingeplant. Zur Kontrolle des Projekts sieht die Vorlage regelmäßige schriftliche Berichte an den Kreistag vor – die ersten sind für das zweite Quartal 2026 und 2027 vorgesehen.

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Landrat warnt vor Sonderbehandlung für Greifswald

Landrat Michael Sack (CDU) äußert sich kritisch zu dem Vorstoß. „Ziel des Landkreises ist es ohnehin, den Rufbus flächendeckend in Vorpommern-Greifswald einzuführen. Eine Sonderbehandlung wäre hier fehl am Platz“, betont der CDU-Politiker. Damit positioniert er sich deutlich gegen eine isolierte Lösung für das Greifswalder Umland und bevorzugt eine umfassende Einführung im gesamten Kreisgebiet.

Antragsinitiator Erik von Malottki (SPD) hatte bereits im Wahlkampf um den Landratsposten im vergangenen Jahr für eine bessere Anbindung des Greifswalder Umlandes an den Rufbus geworben. Sein Engagement zeigt, dass das Thema Verkehrsanbindung in der Region hohe politische Priorität genießt.

Erfolgreicher Start auf Usedom als Vorbild

Anfang dieses Jahres ist der Rufbus ILSE erstmals auf der Insel Usedom gestartet – mit bemerkenswerten 253 Fahrgästen bereits im ersten Monat. VVG-Geschäftsführer Dirk Zabel zeigt sich zufrieden: „Wir sind mit dem Auftakt des Rufbusses ILSE auf Usedom sehr zufrieden. Das Angebot wird gut angenommen. Wir gehen davon aus, dass die Fahrgastzahlen in den kommenden Wochen und Monaten rasch weiter wachsen werden.“

Der Rufbus ILSE ermöglicht die Mitnahme von bis zu acht Fahrgästen pro Fahrt, ist grundsätzlich barrierefrei ausgelegt und bedient bei Bedarf auch Unterwegshalte. Dieses flexible Konzept zielt auf die Bündelung von Fahrten und eine möglichst flächendeckende Erreichbarkeit ab – ein Modell, das auch für das Greifswalder Umland vielversprechend erscheint.

Die politische Debatte um die richtige Umsetzungsstrategie zeigt, wie wichtig eine gut funktionierende Verkehrsinfrastruktur für die Entwicklung ländlicher Regionen ist. Während die einen auf schnelle, lokale Lösungen drängen, bevorzugen andere eine systematische, kreisweite Einführung. Für die Pendler im Greifswalder Umland bleibt die Frage, wann und in welcher Form sie von den Vorteilen eines Rufbussystems profitieren können.

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