Schwerin startet Bau des ersten Fahrradparkhauses am Hauptbahnhof
Mit einer feierlichen Grundsteinlegung hat Schwerin den Startschuss für den Bau des ersten Fahrradparkhauses der Stadt gegeben. Die neue Mobilitätsstation am Hauptbahnhof wird über 300 Stellplätze verfügen und soll im Jahr 2027 in Betrieb genommen werden. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt zur Förderung nachhaltiger Mobilität in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns.
Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel im Fokus
„Mobilität endet nicht an einer Haltestelle – sie beginnt dort erst“, betonte Mathias Kühnel vom Nahverkehr Schwerin (NVS) während der Zeremonie. Der künftige Betreiber der Anlage unterstrich damit, dass nachhaltige Mobilität über reine Bus- und Bahnnutzung hinausgehe und verschiedene Verkehrsmittel intelligent miteinander verknüpft werden müssten.
Das Fahrradparkhaus wird am Standort Am Packhof in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof errichtet. Die Lage ist strategisch klug gewählt, da sich mit dem Grunthalplatz ein wichtiger Knotenpunkt für zahlreiche Buslinien und die Straßenbahn in direkter Nachbarschaft befindet.
Moderne Ausstattung und nachhaltige Bauweise
Die geplante Anlage bietet nicht nur mehr als 300 Fahrradstellplätze, sondern verfügt über spezielle Bereiche für Langzeitparker, E-Bikes und Lastenräder. Eine befahrbare Rampe mit elfprozentiger Neigung ermöglicht einen barrierefreien Zugang zum Obergeschoss. Zusätzlich sind ein Fahrradverleih sowie ein öffentlich zugängliches, barrierefreies WC vorgesehen.
Architektonisch setzt das Gebäude auf eine Hybridbauweise: Das Erdgeschoss besteht aus einer Massivkonstruktion, während das Obergeschoss aus einem leichten Holztragwerk errichtet wird. Alle Materialien bleiben bewusst sichtbar, roh und unverputzt, was dem Bau einen industriellen Charakter verleiht. Auf dem Flachdach sind eine Photovoltaikanlage sowie eine extensive Begrünung geplant, was die Nachhaltigkeit des Projekts unterstreicht.
Politische Unterstützung und Finanzierung
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lobte beim feierlichen Akt den gelungenen Entwurf: „Das Fahrradparkhaus soll Schwerin fahrradfreundlicher machen“. Sie betonte, dass das Projekt nicht nur die Anbindung an die Metropolregion verbessere, sondern auch dazu beitrage, das Radfahren im ganzen Land attraktiver zu gestalten.
Verkehrsdezernent und amtierender Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) ergänzte: „Die Mobilitätsstation verbessert Sicherheit, Komfort und Verlässlichkeit des Radfahrens in Schwerin und trägt maßgeblich dazu bei, den Radverkehr als festen Bestandteil nachhaltiger Mobilität zu etablieren.“
Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 3,2 Millionen Euro. Davon werden 90 Prozent durch Fördermittel von Land und Bund finanziert. Drei Prozent des städtischen Eigenanteils übernimmt zudem die Metropolregion Hamburg. Betreiber wird der Nahverkehr Schwerin (NVS) sein, der damit auch sein eigenes Verleihgeschäft ausbauen möchte.
Symbolischer Akt zur Grundsteinlegung
Zum Abschluss der Veranstaltung versenkten Mathias Kühnel (NVS), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Oberbürgermeister Bernd Nottebaum und Kristian Meier-Hedrich vom Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) gemeinsam eine Zeitkapsel im Fundament und mauerten sie symbolisch ein. Bereits während der Grundsteinlegung parkten die ersten Fahrräder auf der Fläche des zukünftigen Fahrradparkhauses – ein vielversprechender Vorgeschmack auf die neuen Mobilitätsmöglichkeiten, die Schwerin ab 2027 erwarten.



