Sachsen-Anhalts Ministerin beruft Sicherheitskonferenz für Nahverkehr
Die Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen steht im Mittelpunkt einer geplanten Konferenz in Sachsen-Anhalt. Infrastrukturministerin Lydia Hüskens von der FDP will in den kommenden Wochen Verkehrsunternehmen, Sicherheitsbehörden und Verwaltungsvertreter zusammenbringen, um konkrete Lösungen für den Nahverkehr zu erarbeiten.
Gewalt im Nahverkehr nimmt zu
„Klar ist, dass wir alle Mittel ergreifen müssen, um Gewalt in Zügen Einhalt zu gebieten“, betonte Hüskens in Magdeburg. Die Ministerin verwies auf verschiedene Ansätze: Mehr Sicherheitspersonal in den Zügen, spezielle Schulungen, technische Vorkehrungen wie Bodycams und eine zügigere Rechtsprechung gehören zu den diskutierten Maßnahmen.
Seit mehreren Jahren beobachtet Hüskens eine Verschlechterung der Stimmung an Bahnhöfen und in Zügen. Respektloses Verhalten gegenüber Zugpersonal und anderen Fahrgästen, verbale Übergriffe und auch körperliche Gewalt hätten deutlich zugenommen. „Andere Formen der Fahrscheinkontrollen könnten hier durchaus zur Deeskalation beitragen“, so die Ministerin.
Konkrete Maßnahmen statt leere Versprechungen
„Manches haben wir schon umgesetzt, anderes würde ich zumindest gerne diskutieren, um zu sehen, ob wir so Sicherheit in den Zügen garantieren können“, erklärte Hüskens. Viele Ideen würden zunächst gut klingen, doch es müsse um konkrete Verbesserungen gehen, nicht um Papiertiger. Deshalb sollten alle Beteiligten an einen Tisch kommen, um praktikable Lösungen zu finden.
Tödlicher Angriff löst bundesweite Debatte aus
Die Diskussion über Sicherheit im Nahverkehr wurde durch einen tragischen Vorfall Anfang Februar neu entfacht. Bei Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz wurde ein 36-jähriger Zugbegleiter während einer Ticketkontrolle von einem Schwarzfahrer so schwer angegriffen, dass er später seinen Verletzungen erlag. Dieser Vorfall hat bundesweit die Frage nach besseren Schutzmaßnahmen für Bahnpersonal aufgeworfen.
In der aktuellen Debatte werden verschiedene Ansätze diskutiert:
- Einsatz von Bodycams für Zugbegleiter
- Doppelbesetzungen in Regionalzügen
- Ein fälschungssicheres Deutschlandticket mit Lichtbild
Deutsche Bahn reagiert mit neuen Kontrollregeln
Die Deutsche Bahn hat bereits auf die wachsenden Sicherheitsbedenken reagiert. Ab März können Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter nach eigenem Ermessen entscheiden, ob sie neben dem Fahrschein auch den Personalausweis kontrollieren. Diese Flexibilität soll potenzielle Konfliktsituationen mit Fahrgästen vermeiden und das Sicherheitsgefühl des Personals stärken.
Die geplante Sicherheitskonferenz in Sachsen-Anhalt soll nun weitere Maßnahmen identifizieren, um das Klima in Zügen und an Bahnhöfen nachhaltig zu verbessern und sowohl Fahrgäste als auch Bahnmitarbeiter besser zu schützen.



