Speedweek 2026: Was Autofahrer über die bundesweite Blitzer-Aktion wissen müssen
Speedweek 2026: Alles zu Blitzern, Bußgeldern und Apps

Speedweek 2026: Intensive Blitzer-Kontrollen in ganz Deutschland

Diese Woche ist in Deutschland die sogenannte Speedweek im Gange. Noch bis zum 19. April suchen Polizei und Behörden in praktisch allen Bundesländern verstärkt nach Temposündern. Einzig das Saarland nimmt nicht an der Aktion teil. Das bedeutet: In 15 Bundesländern stehen Lasermessgeräte, Blitzer-Anhänger und andere mobile Systeme in großer Zahl am Straßenrand. Allein in Bayern sind rund 1570 Messstellen aktiv. Doch was genau passiert, wenn man erwischt wird? Hier ein umfassender Überblick.

So funktionieren die Messmethoden: Blitz ist nicht gleich Blitz

Autofahrer kennen die Vielfalt der Geschwindigkeitsfallen: Große Säulen mitten auf der Straße, weithin sichtbare Starenkästen am Rand oder unauffällige Anhänger, aus denen es plötzlich blitzt. Die Fantasie von Polizei und Behörden ist hier kaum Grenzen gesetzt. Ein wichtiger Unterschied liegt darin, wer die Messung durchführt. Fest installierte Blitzer sind in der Regel Sache der Kommunen, während mobile Systeme oft von der Polizei betrieben werden. Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück erklärt: "Die Polizei ist schwerpunktorientiert unterwegs, etwa an Unfallschwerpunkten oder vor sensiblen Zonen wie Schulen und Kindergärten." In Hamburg setzt die Polizei beispielsweise getarnte Messfahrzeuge, Videomessungen aus Einsatzwagen und 23 Handlasermessgeräte ein.

Laut ADAC konzentrieren sich die Kontrollen während der Speedweek auf Autobahnen, Bundesstraßen und innerstädtische Bereiche. Besonders unfallträchtige Streckenabschnitte oder Gebiete mit erhöhter Gefährdung – wie vor Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern oder Baustellen – werden verstärkt überwacht.

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Der Prozess nach dem Blitz: Vom Foto zur Strafe

Auch wenn nicht immer im klassischen Sinne geblitzt wird, ist der Ablauf nach einer Messung weitgehend automatisiert. Sobald ein Foto aufgenommen ist, durchläuft es eine umfassende Vorsortierung. Bevor die Bilder an die zuständigen Städte und Landkreise zur Bearbeitung weitergeleitet werden, prüft die Polizei jedes einzelne manuell. Ellermann betont: "Wir müssen sicherstellen, dass der Fahrer erkennbar ist und das Kennzeichen korrekt erfasst wurde. Das kann keine Software zuverlässig leisten – es geht um Rechtssicherheit." Erst nach dieser Prüfung wird das Bußgeldverfahren eingeleitet.

Bußgelder und Zuständigkeiten: Wer kassiert das Geld?

Ob eine Messung von der Polizei oder einer Kommune durchgeführt wird, kann Auswirkungen auf den Empfänger des Geldes haben. Bei leichteren Verstößen kann die Polizei eine Sofortkasse anbieten, wobei das Geld direkt in den Landeshaushalt fließt. Kommunale Bußgelder hingegen landen in den Kassen der Städte oder Landkreise. Allerdings ist die Bearbeitung durch die Polizei nur bei Verwarnungen möglich – also in der Regel bei Beträgen unter 55 Euro. Höhere Summen werden direkt an Bußgeldstellen überwiesen.

Generell sind die Strafen innerorts höher als außerorts. Bereits bei 16 km/h zu viel drohen mindestens 70 Euro Bußgeld. Ab 26 km/h zu schnell innerorts sind es 180 Euro, ein Punkt in Flensburg und bei Wiederholungstätern sogar ein Fahrverbot. Wer mit mehr als 51 km/h zu schnell innerorts unterwegs ist, muss 560 Euro zahlen, verliert den Führerschein für zwei Monate und erhält zwei Punkte. Bei Gefährdung anderer kommen strafrechtliche Folgen hinzu.

Blitzer-Apps und Radarwarner: Ein riskantes Spiel

Wer überlegt, sich mit einer Blitzer-App oder einem Radarwarner auszurüsten, sollte diesen Gedanken schnell verwerfen. "In Deutschland ist jede automatisierte Warnung vor Geschwindigkeitsmessanlagen verboten", erklärt ein ADAC-Sprecher. Selbst der Beifahrer darf solche Geräte nicht benutzen. Auch die Warnfunktionen in Navigations-Apps oder Navis sollten deaktiviert werden. Bei Verstoß droht eine Ordnungswidrigkeit mit 75 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg.

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Hintergrund der Speedweek: Mehr als nur Kontrollen

Viele geblitzte Autofahrer ärgern sich während der Speedweek – und die beteiligten Polizistinnen spüren das oft direkt. Doch die Aktion hat einen klaren pädagogischen Zweck. Der ADAC begrüßt die Speedweek ausdrücklich, da sie zur Verkehrssicherheit beitragen kann, indem sie die Gefahren schnellen Fahrens bewusst macht. Beim letzten Blitzermarathon in Baden-Württemberg wurden 66.585 Verstöße festgestellt, fast 800 Menschen mussten zeitweise den Führerschein abgeben.

Marco Ellermann hofft auf einen nachhaltigen Effekt: "Mir wäre es lieber, wenn die Menschen weniger darüber nachdenken, wie sie sich nicht erwischen lassen, und sich stattdessen mit den Folgen zu schnellen Fahrens befassen." Die nächste Speedweek ist bereits für den 3. bis 9. August geplant.