Spritpreis-Schock in Augsburg: Polizei muss Streit an überfüllter Tankstelle schlichten
Führt der Krieg im Nahen Osten zu Hamsterkäufen bei Sprit in Deutschland? In Augsburg (Bayern) kam es am Sonntagabend zu einem außergewöhnlichen Ansturm auf eine Billig-Tankstelle, der in einem Polizeieinsatz gipfelte. Autofahrer standen in langen Schlangen, um günstigen Kraftstoff zu tanken, doch als die günstigste Sorte E10 ausverkauft war, kippte die Stimmung dramatisch.
Massiver Andrang an der 24-Stunden-Tankstelle
Die freie Tankstelle an der Bergiusstraße in Augsburg, unweit der viel befahrenen B300, ist für ihre niedrigen Spritpreise bekannt und daher stets gut besucht. Doch am 1. März 2026 erreichte der Andrang ein nie dagewesenes Ausmaß. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber BILD: „Solch einen Andrang wie heute habe ich dort noch nie erlebt.“ Normalerweise tanken hier etwa fünf Autos gleichzeitig, doch an diesem Abend standen bis zu 35 Fahrzeuge in der Warteschlange.
E10 ausverkauft – Stimmung wird gereizt
Um 18 Uhr ging an einer der sechs Zapfsäulen das E10-Benzin, die Sorte mit 10 Prozent Bioethanol, aus. Der Tankstellenbetreiber klebte einen Hinweis an, dass diese Sorte erst ab 3 Uhr morgens wieder verfügbar sei. Diese Nachricht sorgte für erhebliche Unruhe unter den wartenden Autofahrern. Die Stimmung wurde zunehmend gereizt, als zwei Fahrer in einen heftigen Streit um die Reihenfolge an der Zapfsäule gerieten.
Polizei muss eingreifen
Der Streit eskalierte so sehr, dass die Polizei anrücken musste, um die Situation zu deeskalieren. Ein Polizeisprecher erklärte: „Wir haben den Streit schnell geschlichtet und alles friedlich geregelt.“ Die Beamten konnten die Auseinandersetzung beilegen und für Ordnung sorgen, doch der Vorfall unterstreicht die angespannte Lage an der Tankstelle.
Hintergrund: Steigende Spritpreise durch Nahost-Konflikt
Der massive Ansturm wurde möglicherweise durch Berichte über drastische Preissteigerungen bei Öl und Benzin ausgelöst. In den Tagen zuvor war der Rohölpreis aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten bereits gestiegen, was sich direkt auf die Benzinpreise auswirkte. Eine Auswertung des ADAC vom Mittwoch vor dem Ausbruch des Iran-Krieges zeigte: Der Preis für einen Liter Super E10 lag im bundesweiten Mittel bei 1,776 Euro, was einem Anstieg von 1,8 Cent im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Diesel stieg sogar noch stärker an, auf 1,740 Euro, ein Plus von 2,9 Cent. Zuletzt waren die Preise im Jahr 2024 auf einem ähnlich hohen Niveau.
Da der Iran inzwischen die Straße von Hormus blockiert, ein entscheidendes Nadelöhr für Tankerrouten aus dem Persischen Golf, ist zu erwarten, dass diese Entwicklung weitergeht und die Spritpreise in Deutschland weiter ansteigen könnten. Dieser Vorfall in Augsburg könnte ein Vorbote für ähnliche Szenarien in anderen Städten sein, wenn die Unsicherheit an den globalen Ölmärkten anhält.



