Blessin fordert frühe WM-Debatte: „Das ist doch berechtigt“
Als erster Bundesliga-Trainer hat Alexander Blessin öffentlich eine frühzeitige Debatte über die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer gefordert. Der Coach des FC St. Pauli betonte in einem Interview mit der Bild am Sonntag die Notwendigkeit, kontroverse Themen bereits vor dem Turnierstart zu diskutieren, anstatt sie während der WM aufkommen zu lassen.
Verweis auf Probleme bei früheren Weltmeisterschaften
Blessin verwies dabei ausdrücklich auf die Erfahrungen rund um die Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar. „Es ist vom Ablauf her falsch gelaufen, dass während der WM das Thema aufgekommen ist, die Spieler sich plötzlich damit beschäftigen mussten“, erklärte der 52-Jährige. Diese Situation habe zu unnötigen Belastungen und Ablenkungen geführt, die im Vorfeld hätten vermieden werden können.
Der Trainer unterstützt damit die Forderung seines Klubpräsidenten Oke Göttlich, der in Deutschland die Diskussion über das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada angestoßen hatte. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt und steht bereits jetzt im Fokus politischer und gesellschaftlicher Debatten.
Positionierung des DFB gefordert
Göttlich hatte nicht für einen Boykott der WM plädiert, sondern vielmehr Denkanstöße geben wollen. Er fordert eine klare Positionierung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor dem Turnierstart. Der DFB hatte sich gegen einen Boykott ausgesprochen und Präsident Bernd Neuendorf kritisierte Göttlich für dessen Vorstoß.
Blessin stellte sich jedoch hinter seinen Präsidenten: „Ich finde es wichtig, so ein Thema davor anzustoßen. Das ist doch berechtigt.“ Es gehe darum, „jetzt darüber nachzudenken – nicht erst während der WM“. Diese frühzeitige Auseinandersetzung ermögliche es allen Beteiligten, sich fundiert mit den Themen zu beschäftigen und klare Standpunkte zu entwickeln.
Die aktuelle weltpolitische Lage mit verschiedenen Kriegen und Krisen macht die Diskussion über sportliche Großereignisse besonders relevant. Blessin betonte, dass Fußball nicht im luftleeren Raum stattfinde und gesellschaftliche Verantwortung trage. Eine offene Debatte vor der WM könne dazu beitragen, dass Spieler und Verbände besser auf mögliche Kontroversen vorbereitet sind.



