Spritpreise durch Iran-Krieg auf Höchststand seit fast zwei Jahren
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, insbesondere der Iran-Krieg, wirkt sich spürbar auf die Spritpreise in Deutschland aus. Feststeckende Öltransporte aus der wichtigen Förderregion am Persischen Golf lassen die Rohölpreise deutlich steigen, was sich unmittelbar an den Zapfsäulen bemerkbar macht.
Preisentwicklung und Prognosen
Laut dem ADAC sind die Auswirkungen an der Tankstelle zwar noch nicht vollständig spürbar, doch die Tendenz ist eindeutig. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt stieg der Preis für einen Liter Super E10 am Sonntag um 1,6 Cent gegenüber dem Freitag, während Diesel um 1,3 Cent teurer wurde. Die aktuellen Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro je Liter E10 und 1,759 Euro je Liter Diesel markieren die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. Der ADAC befürchtet, dass die Preise in den kommenden Wochen weiter ansteigen werden.
Vier praktische Tipps zum Kraftstoffsparen
Für Autofahrer, die im Alltag oder auf Reisen auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, gibt es jedoch Möglichkeiten, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Der ADAC Hessen-Thüringen empfiehlt vier bewährte Maßnahmen, die helfen können, den nächsten Tankstopp hinauszuzögern.
1. Geschwindigkeit reduzieren
Je schneller ein Auto fährt, desto größer wird der Luftwiderstand und damit der Kraftstoffverbrauch. Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Effekt: Wer im Mittel mit 100 km/h statt 120 km/h fährt, kann auf derselben Strecke etwa 15 Prozent Sprit einsparen. Bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h steigt der Verbrauch im Vergleich zu 100 km/h sogar um rund 50 Prozent.
Der ADAC rechnet mit einem Benziner, der bei 100 km/h etwa 6,7 Liter Super auf 100 km verbraucht. Bei 160 km/h erhöht sich der Verbrauch auf 10,1 Liter. Bei einem angenommenen Preis von 1,75 Euro pro Liter kostet das schnellere Fahren pro 100 Kilometer etwa 5,95 Euro mehr.
2. Intelligent schalten und vorausschauend fahren
Neben einer mäßigen Geschwindigkeit kann das richtige Schalten erheblich zum Spritsparen beitragen. Hochtouriges Fahren mit mehr als 2.000 Umdrehungen pro Minute lässt den Verbrauch ansteigen. Besser ist es, beim Beschleunigen frühzeitig hochzuschalten, um hohe Drehzahlen zu vermeiden. Das gewählte Tempo sollte dann mit möglichst niedriger Drehzahl beibehalten werden.
Zurückschalten ist erst notwendig, wenn der Motor zu ruckeln oder zu brummen beginnt. Viele moderne Fahrzeuge zeigen Gangempfehlungen im Display an. Wichtig ist zudem, möglichst konstant und vorausschauend zu fahren. Ein Tempomat kann dabei helfen. Wer von weitem eine rote Ampel sieht, kann die Motorbremse nutzen und bei eingelegtem Gang vom Gas gehen. Dabei wird bei den meisten Autos die Kraftstoffzufuhr komplett abgesperrt – die sogenannte Schubabschaltung.
3. Optimalen Reifendruck sicherstellen
Für sicheres, komfortables und sparsames Fahren sollte der Luftdruck der Reifen regelmäßig kontrolliert werden. Schon ein um 0,3 bar reduzierter Druck erhöht den Rollwiderstand und führt zu unnötigem Mehrverbrauch. Wer weiter sparen möchte, kann – sofern in der Bedienungsanleitung beschrieben – den vom Hersteller empfohlenen Reifenluftdruck leicht erhöhen.
4. Gewicht im Fahrzeug reduzieren
Grundsätzlich gilt: Je weniger Gewicht an Bord ist, desto geringer ist der Kraftstoffverbrauch. Jede zusätzliche Last, ob im Innenraum oder in Aufbauten wie Dachboxen, führt zu höherem Verbrauch. Als Faustformel nennt der ADAC: 100 Kilogramm Zusatzlast verursachen bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer.
Nach der Rückkehr aus dem Urlaub sollten nicht mehr benötigte Gegenstände aus dem Auto geräumt und Aufbauten abmontiert werden. Besonders im Stadtverkehr wirkt sich zusätzliches Gewicht negativ auf den Spritverbrauch aus, da jedes Anfahren und jede Beschleunigung extra Kraftstoff kostet.
Fazit
Angesichts der durch den Iran-Konflikt getriebenen Spritpreise können Autofahrer mit diesen einfachen Maßnahmen ihren Kraftstoffverbrauch spürbar senken. Durch angepasste Fahrweise, regelmäßige Wartung und Gewichtsreduzierung lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Umwelt schonen.



