Staatsanwaltschaft prüft Zwangsübernachtung von 600 Passagieren in Flugzeugen am Münchner Flughafen
Die unfreiwillige Übernachtung Hunderter Passagiere in Flugzeugen am Münchner Flughafen zieht nun rechtliche Konsequenzen nach sich. Die Staatsanwaltschaft Landshut hat einen offiziellen Prüfvorgang zu dem Vorfall angelegt, nachdem der entsprechende Polizeibericht am Morgen eingegangen war. Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde bestätigte die Einleitung der Prüfung, konnte jedoch zum konkreten Inhalt „angesichts der laufenden Prüfung keine Angaben machen“.
Unbeteiligter Dritter regte Untersuchung an
Die Polizei wurde aktiv, nachdem ein „wohl unbeteiligter Dritter“ über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt in München eine Prüfung der Vorgänge angeregt hatte. Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord teilte mit, dass dieser Antrag den Anstoß für die Ermittlungen gab. Interessanterweise gingen zunächst keine Anzeigen von direkt betroffenen Passagieren ein. Die Polizei wollte auch auf Nachfrage nicht mitteilen, worum es in dem Antrag konkret geht oder ob mögliche Straftatbestände untersucht werden.
Sechs Flüge mit rund 600 Passagieren betroffen
Insgesamt waren in der Nacht zum Freitag vergangener Woche sechs Flüge mit etwa 600 Passagieren betroffen, die sich bereits an Bord befanden und eigentlich starten sollten. Aufgrund des starken Schneefalls durften die Flugzeuge wider Erwarten doch nicht abheben. Ein entscheidendes Problem war der Mangel an Bussen, um die Fluggäste zurück ins Flughafengebäude zu bringen.
- Die Nachtflugregelung in München gilt zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens.
- Um möglichst viele Flüge zu ermöglichen, wurde eine Sonderfluggenehmigung eingeholt.
- Flugzeuge wurden noch bis 1.00 Uhr nachts auf die Rollfelder geschickt.
- Wegen des massiven Schneefalls konnten die sechs betroffenen Flieger in diesem Zeitfenster nicht starten.
Lufthansa Group entschuldigt sich und bietet Entschädigung
Die Lufthansa hatte bereits mitgeteilt, dass die betroffenen Passagiere eine finanzielle Entschädigung erhalten sollen. Fünf der sechs betroffenen Flüge gehörten zur Lufthansa Group. Sowohl die Fluggesellschaft als auch der Flughafen München haben sich für die „unzumutbare Situation“ entschuldigt. Die Ereignisse werfen Fragen zur Krisenplanung bei extremen Wetterbedingungen und zur Passagierbetreuung auf.



