Protest erfolglos: Straßenbahnlinie zum Neuen Friedhof vor dem Aus
Straßenbahnlinie zum Neuen Friedhof wird eingestellt

Straßenbahnstrecke fällt weg, Busse sollen übernehmen

Die Rostocker Bürgerschaft hat endgültig beschlossen, die Straßenbahnlinie vom Zoo zum Neuen Friedhof einzustellen. Ab Oktober wird der rund 700 Meter lange Abschnitt stillgelegt. Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) plant, den Verkehr durch ein erweitertes Busangebot zu ersetzen. Eine Petition mit über 3200 Unterschriften, mehrere Demonstrationen auf dem Neuen Markt sowie eine E-Mail-Kampagne an Entscheidungsträger blieben erfolglos. Der Beschluss aus dem Jahr 2023 wurde auf der jüngsten Sitzung bekräftigt.

SPD-Fraktionsvorsitzender kritisiert Entscheidung

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thoralf Sens hatte einen Antrag eingebracht, um „eine weitere Anbindung des Neuen Friedhofs an das Straßenbahnschienennetz zu ermöglichen“. Dieser wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. Sens bezeichnete die Streichung einer der ältesten Straßenbahnlinien Rostocks als unverantwortlich. Insbesondere die Endhaltestelle Neuer Friedhof sei wichtig, da dort viele ältere Friedhofsbesucher ein- und ausstiegen. Zudem befänden sich in unmittelbarer Nähe eine Gemeinschaftsunterkunft und ein Seniorenheim. Einen Ersatz der Tram durch Busse lehnte er ab.

Wirtschaftlichkeit als Hauptgrund

Senatorin Ute Fischer-Gäde (Grüne) betonte hingegen, dass die Tramlinie zwischen Zoo und der Endhaltestelle Neuer Friedhof mit nur 750 Fahrgästen pro Tag nicht wirtschaftlich sei. Die RSAG teilt diese Einschätzung. Das Unternehmen hält daran fest, im Zuge des Abrisses und Neubaus der Brücke Rennbahnallee ab Oktober den Straßenbahnbetrieb einzustellen. Ein Ersatzneubau einer Straßenbahnbrücke neben der Autobrücke sei nicht geplant.

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RSAG verspricht bessere Busverbindungen

„Nach Abschluss der Brückenbauarbeiten, voraussichtlich im Dezember 2027, soll der Neue Friedhof dauerhaft durch ein leistungsfähiges Busangebot angebunden bleiben“, erklärte RSAG-Sprecherin Beate Langner. Durch Anpassungen der Linienwege könnten bestehende Direktverbindungen weitgehend erhalten werden. Die Takt- und Bedienungszeiten der Buslinien 28, 29 und 102 sollen gegenüber dem heutigen Zustand ausgeweitet werden. Zudem werde gemeinsam mit der Hansestadt geprüft, wie der Busverkehr perspektivisch weiter verbessert werden könne – „etwa durch eine bevorrechtigte Führung oder abschnittsweise Busspuren, um Zuverlässigkeit und Reisezeiten zu optimieren“, so Langner.

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