Streit um Busflotte: Ecovista tauscht Fahrzeuge im Schienenersatzverkehr aus
Streit um Busflotte im Schienenersatzverkehr Hamburg-Berlin

Konflikt im Ersatzverkehr: Deutsche Bahn warnt Ecovista vor Vertragsbruch

Im Schienenersatzverkehr zwischen Hamburg und Berlin hat sich ein handfester Streit zwischen dem Betreiber Ecovista und der Deutschen Bahn entwickelt. Tausende Fahrgäste müssen täglich wegen der laufenden Bahnsanierung auf Busse ausweichen, doch nun wird die eingesetzte Fahrzeugflotte überraschend ausgetauscht – gegen den Willen der Bahn.

Fahrzeugwechsel sorgt für erhebliche Verstimmung

Das Busunternehmen Ecovista, das den Schienenersatzverkehr mit etwa 200 Bussen und 500 Fahrern betreibt, kündigte an, bereits von Sonntag an neue Fahrzeuge einzusetzen. Grund für den Wechsel seien Änderungen beim Fahrzeugleasing, teilte das Unternehmen mit. Die neuen Busse würden jedoch nicht den vertraglich vereinbarten Qualitätsstandards entsprechen, kritisiert die Deutsche Bahn deutlich.

Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Dieses Vorgehen werden die DB InfraGO sowie die Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht tolerieren. Die DB InfraGO hat den Auftragnehmer Ecovista aufgefordert, unmittelbar zum vertraglich vereinbarten Zustand zurückzukehren und behält sich rechtliche Schritte vor.“

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Einheitliches Design und Reisenden-Information gefährdet

Die Deutsche Bahn verwies darauf, dass im Rahmen des Schienenersatzverkehrs klare Standards vereinbart wurden. Dazu gehören:

  • Einheitliches Design im Farbton Verkehrspurpur
  • Vereinheitlichte Außenanzeigen an den Bussen
  • Spezielle Systeme zur Reisenden-Information
  • Abgestimmte Ausstattungsmerkmale der Fahrzeuge

Laut Ecovista werden durch den Fahrzeugtausch diese Standards vorübergehend nicht vollständig eingehalten. Die Busse seien teils mit anderen Ausstattungsmerkmalen unterwegs, auch die bekannte Folierung im Farbton Verkehrspurpur könne abweichen. Zudem gebe es vorübergehend Einschränkungen bei der Übertragung der Fahrdaten in Echtzeit.

Betriebsablauf soll stabil bleiben

Ecovista betonte, dass alle Linien wie gewohnt und nach Fahrplan bedient würden. „Wir tun alles dafür, die neue Fahrzeugflotte so schnell und unauffällig wie möglich einzuführen und den Ersatzverkehr weiterhin so stabil wie möglich zu fahren“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Leitstelle und das Fahrpersonal arbeiteten rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

Nach Angaben des Unternehmens werden im Schnitt etwa 30.000 Fahrgäste pro Tag mit den Bussen zwischen Hamburg und Berlin befördert. Der Tausch der Fahrzeugflotte stehe in keinem Zusammenhang mit der länger dauernden Generalsanierung der Bahnstrecke. Auch über den 30. April hinaus könne der Schienenersatzverkehr durch Ecovista sichergestellt werden.

Streckensanierung verzögert sich weiter

Die Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin dauert länger als ursprünglich geplant. Nach Angaben der Bahn ist dies eine Folge des frostigen Winters. Die Bahn-Tochter DB InfraGo teilte kürzlich mit, dass die Wiederaufnahme des Betriebs zum 30. April nicht mehr möglich sein werde. Wie lange sich der Abschluss der Bauarbeiten verzögern wird, bleibt zunächst unklar. Einen neuen Zeitplan will die Bahn am 13. März bekanntgeben.

Der Streit um die Busflotte kommt somit zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da tausende Pendler und Reisende weiterhin auf den Schienenersatzverkehr angewiesen sind. Beide Seiten beharren auf ihren Positionen – während Ecovista den reibungslosen Betrieb garantieren will, pocht die Deutsche Bahn auf die Einhaltung vertraglicher Vereinbarungen.

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