Teterow: Nach acht Jahren Planung soll Verkehrsprojekt endlich starten
In der mecklenburgischen Stadt Teterow könnte nach langjährigen Verzögerungen endlich Bewegung in ein zentrales Verkehrsprojekt kommen. Der Bau eines neuen Busbahnhofs direkt am Bahnhofsgelände, der seit acht Jahren diskutiert wird, soll noch in diesem Jahr beginnen. Dies kündigte Bauamtsleiter Hendrik Ackermann jetzt an. Das Projekt mit dem offiziellen Namen "Verkehrsverknüpfungspunkt" zielt darauf ab, Bus und Bahn besser zu verbinden und den Umstieg für Reisende deutlich zu erleichtern.
Umfangreiche Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer
Die Pläne sehen eine umfassende Neugestaltung der Fläche neben dem Bahnhofsgebäude vor. Konkret sind drei Stellflächen für Linienbusse vorgesehen, plus eine flexible Station für den Schienenersatzverkehr. Für Autofahrer sollen 68 Pkw-Stellplätze entstehen, die mit moderner Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. Bürgermeister Andreas Lange kündigte zunächst fünf Ladesäulen an, wobei durch verlegte Leerrohre eine spätere Nachrüstung weiterer Ladepunkte möglich bleibt.
Besonders berücksichtigt werden Radfahrer: Eine überdachte Abstellanlage bietet Platz für 34 Fahrräder, ergänzt durch zwei abschließbare Fahrradboxen und ein Schließfachsystem mit sechs Fächern, die über Lademöglichkeiten verfügen. Speziell für E-Bikes ist eine Ladeoption vorgesehen.
Finanzierung und bisherige Hürden
Das Projekt steht finanziell auf wackeligen Beinen. Die Gesamtkosten werden mit 3,16 Millionen Euro veranschlagt. Etwa zwei Millionen Euro sollen durch Fördermittel abgedeckt werden, während die Stadt Teterow rund eine Million Euro beisteuern würde. Allerdings steht der Förderbescheid noch aus, was die Realisierung unsicher macht.
Bereits 2024 war ein gemeinsamer Förderantrag mit anderen Kommunen abgelehnt worden, zudem hatten sich die Förderbedingungen geändert. Trotz dieser Rückschläge führte die Stadt die Planungen kontinuierlich weiter.
Verkehrliche Probleme und lokale Erwartungen
Stadtvertreterin Sigrun Maibohm (UTF) wies im Bau-Ausschuss auf bestehende Missstände hin: Der Radweg vor dem Bahnhof sei kaum ausgeschildert und werde häufig von Pkw zugeparkt. Diese Probleme sollen bei der Neuordnung der Parkflächen berücksichtigt werden.
Mehrere Unternehmen in Teterow hatten seit Langem auf eine bessere Abstimmung der Verkehrsmittel gedrängt. Die Stadt erhofft sich durch den neuen Knotenpunkt eine deutliche Verbesserung der Anbindung von Schienenpersonennahverkehr und öffentlichem Busverkehr. Zudem hofft Teterow weiterhin auf eine Schienenverbindung von Rostock über Lalendorf direkt in die Bergringstadt, was die Verkehrsanbindung zusätzlich stärken würde.
Ob das ambitionierte Projekt tatsächlich wie geplant umgesetzt werden kann, hängt maßgeblich von der Bewilligung der Fördermittel ab. Sollte diese klappen, könnte Teterow noch 2026 einen wichtigen Schritt in Richtung moderner, vernetzter Mobilität machen.



