TÜV-Experte warnt vor gefährlichen Winter-Fallen auf den Straßen
Das winterliche Wetter hat in Neubrandenburg und der gesamten Region zuletzt für erhebliche Verkehrsprobleme gesorgt. Eingestellte Busverbindungen, vereiste Fahrbahnen und behördliche Warnungen prägen die aktuelle Situation. Der Neubrandenburger TÜV Nord-Leiter Tobias Schwarz hat nun umfassende Sicherheitsempfehlungen für Autofahrer zusammengestellt und warnt vor den größten Gefahren der kalten Jahreszeit.
Vereiste Scheiben und drohende Bußgelder
Ein häufig unterschätztes Risiko stellen vereiste Fahrzeugscheiben dar. „Verzichten Sie beim Enteisen unbedingt auf heißes Wasser. Der thermische Schock kann die Scheibe sofort zum Bersten bringen“, warnt der TÜV-Chef in einer aktuellen Mitteilung. Als praktische Alternative empfiehlt er spezielle Abdeckplanen gegen Frostbildung. Zudem müssen Fahrzeuge vor Fahrtantritt vollständig von Eis und Schnee befreit werden – andernfalls drohen nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern auch empfindliche Bußgelder.
Die korrekte Starthilfe bei Batterieproblemen
Falls die Autobatterie bei den frostigen Temperaturen versagt, ist die richtige Vorgehensweise bei der Starthilfe entscheidend:
- Zuerst das rote Kabel an den Pluspol des Spenderfahrzeugs und dann an den Pluspol des Pannenautos anklemmen
- Das schwarze Kabel gehört an den Minuspol des Spenderfahrzeugs und an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock oder der Karosserie des liegengebliebenen Autos
- Niemals direkt an die entladene Batterie anschließen – Explosionsgefahr durch Knallgas droht
Nach dem Anklemmen wird zunächst der Motor des Spenderfahrzeugs und anschließend der des Pannenautos gestartet. Vor dem Abklemmen sollten Autofahrer einen elektrischen Verbraucher wie Licht oder Gebläse einschalten, um mögliche Spannungsspitzen abzufangen. Die Kabel werden dann in umgekehrter Reihenfolge entfernt. Die Batterie sollte anschließend durch eine längere Fahrt oder gezieltes Nachladen stabilisiert werden.
Blitzeis und die richtige Reaktion bei Rutschgefahr
Zu den besonders tückischen Wintergefahren zählt Blitzeis. „Wer bei extremen Wetterwarnungen unnötige Fahrten vermeidet, erhöht nicht nur die eigene Sicherheit, sondern bewahrt auch seinen Versicherungsschutz“, betont Tobias Schwarz. Bei grober Fahrlässigkeit könnten Versicherungen Leistungskürzungen vornehmen. Sollte das Fahrzeug dennoch ins Rutschen geraten, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, auszukuppeln und in die Richtung zu lenken, in die das Heck ausbricht. Besonders gefährliche Reifglätte droht auf Brücken und in Waldschneisen – hier sollte sanft beschleunigt und ein besonders großer Abstand zu anderen Fahrzeugen eingehalten werden.
Besondere Vorsicht bei Streufahrzeugen und Schlaglöchern
Der TÜV-Experte erinnert zudem daran, dass Streufahrzeuge im Winter Vorrang haben. „Hinter dem Pflug ist die Fahrbahn geräumt, davor herrscht oft Chaos. Zudem behindern aufgewirbeltes Salz und Schnee die Sicht enorm“, erklärt Schwarz. Überholen sei zwar grundsätzlich erlaubt, werde jedoch nicht empfohlen.
Bei den frostigen Temperaturen sollten Autofahrer außerdem besonders auf Schlaglöcher achten, da der Frost den Asphalt aufsprengen kann. Falls es zum Kontakt mit einem Schlagloch kommt, rät der Fachmann: „Dokumentieren Sie den Schaden und das Schlagloch umgehend mit Fotos.“ Unabhängige Gutachten von Prüfgesellschaften helfen später bei der Beweissicherung und der Klärung von Haftungsfragen.
Die umfassenden Sicherheitshinweise des TÜV-Experten zeigen, dass vorausschauendes Fahren und gute Vorbereitung in den Wintermonaten lebenswichtig sein können. Mit den richtigen Vorkehrungen und Verhaltensweisen lassen sich viele gefährliche Situationen vermeiden oder sicher bewältigen.



