Münchner U-Bahnhof Poccistraße: Achtmonatige Sperrung für dringende Sanierung ab Mai 2026
Die Münchner U-Bahn-Haltestelle Poccistraße, eine zentrale Station der Linien U3 und U6, steht vor einer umfangreichen Sanierung, die zu erheblichen Einschränkungen für Pendler und Nutzer führen wird. Wie aktuelle Planungen zeigen, wird die Haltestelle in zwei Bauphasen für insgesamt acht Monate vollständig gesperrt, wobei die Arbeiten bis August 2027 abgeschlossen sein sollen. Diese Maßnahmen sind dringend notwendig, da der seit 1978 bestehende Bahnhof erhebliche Mängel aufweist, die bereits vor einem Jahrzehnt entdeckt und provisorisch gesichert wurden.
Detaillierte Bauphasen und Sperrungen
Die Sanierung erfolgt in drei Bauphasen, wobei die erste Phase bereits im Frühjahr 2026 startet. Vom 18. Mai bis 18. September 2026 wird der gesamte U-Bahnhof Poccistraße erstmals vollständig gesperrt, ohne dass Züge des Linienverkehrs durchfahren können. Diese Terminierung erfordert eine präzise Planung, da die Haltestelle pünktlich zum 19. September 2026 wieder geöffnet werden muss, um den Ansturm zum Beginn des Oktoberfests auf der nahegelegenen Theresienwiese zu bewältigen.
Nach dem Oktoberfest folgt die zweite Bauphase vom 5. Oktober bis 27. November 2026, während der ein eingleisiger Fahrbetrieb mit Fahrgastwechsel an der Haltestelle ermöglicht wird. Vom 28. November 2026 bis Frühjahr 2027 ist die Station dann vorübergehend wieder im normalen Betrieb. Die dritte und letzte Phase beginnt am 12. April 2027 und dauert bis zum 1. August 2027, wobei der Bahnhof erneut vollständig gesperrt wird. Die Aufteilung in mehrere Phasen dient dazu, die Belastung für Nutzer zu minimieren, insbesondere während des Oktoberfests und in den kalten Herbst- und Wintermonaten, wenn die U-Bahn stärker frequentiert wird.
Schienenersatzverkehr und Finanzierung
Während der beiden Vollsperrungsphasen wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Zwischen den Haltestellen Implerstraße, Poccistraße, Goetheplatz und Sendlinger Tor sollen alle zwei Minuten Busse verkehren. Zusätzlich ist geplant, dass alle fünf Minuten ein SEV-Bus von der Implerstraße bis zum Hauptbahnhof fährt, was erstmals über die reine U-Bahnstrecke hinausgeht.
Die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten belaufen sich auf etwa 23,5 Millionen Euro. In einer Stadtratssitzung am 25. März 2026 wurde beschlossen, dass 9,3 Millionen Euro davon aus der Stellplatzablöse finanziert werden. Bei dieser Ablöse handelt es sich um Zahlungen von Bauherren an die Stadt München, wenn bei Neubauten nicht genügend Parkplätze bereitgestellt werden können. Die Beträge variieren je nach Zone zwischen 7.500 und 12.500 Euro pro Stellplatz und fließen in Projekte wie Parkhausausbau und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Technische Details und Hintergründe
Die Sanierung ist nicht nur aufgrund von Rostschäden am Stahl, der seit fast fünf Jahrzehnten verbaut ist, erforderlich, sondern auch aus Brandschutzgründen. Geplant ist unter anderem die Installation einer leistungsstarken maschinellen Entrauchungsanlage, die über einen separaten, neun Meter hohen Abluftturm mit einer Entrauchungsturbine betrieben wird. Diese Maßnahmen sollen die Standsicherheit und Sicherheit der Haltestelle langfristig gewährleisten.
Die MVG hatte bereits im Dezember 2016 erhebliche Mängel an der Tragwerkskonstruktion der Deckengewölbe festgestellt und provisorisch sichern lassen. Nun sollen endgültige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, um den Bahnhof für die Zukunft fit zu machen. Trotz der Unannehmlichkeiten für Pendler und Nutzer sind diese Arbeiten unvermeidlich und schon lange überfällig, um die Funktionalität und Sicherheit des Münchner U-Bahn-Netzes zu erhalten.



