Bange Minuten über Franken: Urlaubsflieger muss nach Fehlfunktion der Landeklappen Landung abbrechen
Am Montagabend kam es am Flughafen Nürnberg zu einem dramatischen Zwischenfall, der für zahlreiche Passagiere und Einsatzkräfte bange Minuten bedeutete. Eine Boeing 737 der Fluggesellschaft Corendon Airlines, die aus dem ägyptischen Badeort Hurghada kam, musste plötzlich ihren Landeanflug abbrechen und durchstarten. Der Vorfall ereignete sich gegen 18.55 Uhr und führte dazu, dass die Maschine über dem Großraum Nürnberg kreiste, bevor sie schließlich sicher landen konnte.
Verdacht auf technische Störung der Landeklappen
Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes Nürnberg bestand der konkrete Verdacht auf eine Fehlfunktion der Landeklappen. Diese technische Störung veranlasste die Piloten, eine Luftnotlage zu deklarieren und den ersten Landeanflug abzubrechen. Die Entscheidung zum Durchstarten wurde als Vorsichtsmaßnahme getroffen, um die Sicherheit aller an Bord zu gewährleisten.
Flughafensprecher Christian Albrecht bestätigte, dass sowohl am Boden als auch im Cockpit festgelegte Prozesse ablaufen, wenn solche Situationen eintreten. Dazu gehört auch die vorsorgliche Alarmierung der Flughafenfeuerwehr sowie weiterer Rettungskräfte aus umliegenden Feuerwehren, die zum Einsatz bereitstanden.
Mehr als eine halbe Stunde im Kreisflug
Die Boeing 737 kreiste über eine halbe Stunde lang über der Region, bevor sie um 19.26 Uhr sicher auf der Landebahn des Nürnberger Flughafens aufsetzte. Während dieser Zeit konnten die Passagiere die ungewöhnliche Schleifen über Franken beobachten, die auch auf dem Portal „Flightradar24“ nachvollzogen werden konnten.
Nach der Landung wurden die Reisenden umgehend betreut und aus dem Flugzeug evakuiert. Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr standen vorsorglich auf dem Rollfeld bereit, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Der Flug war ursprünglich um 15.38 Uhr Ortszeit in Hurghada gestartet und hatte über das Mittelmeer, Thessaloniki und den Balkan Kurs auf Nürnberg genommen.
Paralleler Vorfall in Berlin am selben Tag
Interessanterweise kam es am selben Montag auch in der Bundeshauptstadt Berlin zu einem ähnlichen Zwischenfall. Während des Landeanflugs von Flug KL1775 von Amsterdam nach Berlin musste die Landung abgebrochen und ein Durchstartmanöver durchgeführt werden. Der Flug landete anschließend sicher in Berlin mit 158 Passagieren an Bord, wie ein KLM-Sprecher bestätigte.
Flughafensprecher Albrecht betonte abschließend, dass solche Durchstartmanöver und Sicherheitslandungen letztlich immer Vorsichtsmaßnahmen darstellen, die von den Piloten nach festgelegten Protokollen getroffen werden. Die Entscheidungsprozesse im Cockpit folgen strengen Sicherheitsstandards, um potenzielle Risiken zu minimieren und die Passagiere bestmöglich zu schützen.



