Verdi kritisiert BVG scharf: Kein Tarifangebot nach drei Monaten Verhandlungen
Verdi kritisiert BVG: Weiterhin kein Tarifangebot

Berliner Nahverkehr im Stillstand: Verdi wirft BVG Provokation vor

Die Gewerkschaft Verdi hat die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) scharf kritisiert, da diese auch in der dritten Verhandlungsrunde der laufenden Tarifauseinandersetzung kein Arbeitgeberangebot vorgelegt hat. „Drei Monate nach Start der Verhandlungen immer noch kein Angebot vorzulegen, ist eine Provokation“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt in einer aktuellen Mitteilung. Die Haltung der Arbeitgeberseite verschärfe den Konflikt unnötig und gefährde die dringend benötigte Stabilität im öffentlichen Nahverkehr Berlins.

BVG fordert Priorisierung der Themen

Die BVG teilte mit, dass sie in den Gesprächen die einzelnen Forderungen der Gewerkschaft bewertet habe. Aus Sicht des Arbeitgebers sei die Summe aller Forderungen nicht finanzierbar. Ob in der nächsten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt werde, ließ die BVG offen. „Wir sind da, wir reden, wir sondieren. Um in der nächsten Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot als Grundlage für weitere Verhandlungen vorzulegen, brauchen wir einen gemeinsamen Fokus“, sagte BVG-Personalvorständin Jenny Zeller-Grothe. Die Gewerkschaft solle priorisieren, welche der aufgeworfenen Themen ihr besonders wichtig seien. Erst dann könne die BVG ein Angebot unterbreiten.

Forderungen und mögliche Arbeitskämpfe

Die Arbeitnehmerseite fordert unter anderem:

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  • Mehr Urlaubstage für die Beschäftigten
  • Eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden
  • Mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage

Zudem geht es in den Verhandlungen um die Wochenarbeitszeit. Was Verdi diesbezüglich konkret fordert, lässt die Gewerkschaft bisher offen. Die BVG gab an, Verdi wolle eine 35-Stunden-Woche durchsetzen. Die Gewerkschaft hat bereits einmal im laufenden Tarifstreit zum Warnstreik aufgerufen, wodurch vor rund zwei Wochen der Berliner Nahverkehr weitgehend zum Erliegen kam. Weitere Arbeitskämpfe sind denkbar, da die Verhandlungen angespannt bleiben.

Bundesweite Tarifverhandlungen im Fokus

Die Gewerkschaft Verdi verhandelt parallel in allen Bundesländern über neue Tarifverträge. Wie in Berlin geht es dabei in den meisten Fällen nicht primär um mehr Geld, sondern um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr. Die Situation in der Hauptstadt spiegelt somit einen größeren Trend wider, bei dem die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse im Vordergrund steht. Die anhaltende Verzögerung bei den Angeboten seitens der BVG könnte zu weiteren Unruhen und Streiks führen, die den Verkehr in Berlin erneut lahmlegen würden.

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