Die musikalische Heimkehr: Eine Playlist voller Sehnsucht und Erinnerungen
Vor einer Woche fragten wir in unserem Heimweh-Newsletter nach den persönlichen Heimweh-Songs unserer Leserinnen und Leser. Die überwältigende Resonanz hat uns tief beeindruckt! Die zahlreichen Antworten offenbarten eine faszinierende Vielfalt an musikalischen Erinnerungen, die mit Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark verbunden sind.
Die Straße der Sehnsucht: Silbermonds „B96“
„Mein Heimweh-Song ist ganz klar B96“, schreibt Thomas Bohnsack. „Die Beschreibungen im Song erinnern mich an meine vielen Fahrten darauf zurück.“ Dieser Titel wurde am häufigsten genannt und berührt offenbar viele Menschen. Die mehr als 500 Kilometer lange B96 erstreckt sich von der Oberlausitz bis zur Ostsee, von Sachsen bis nach Rügen.
Als Silbermond-Mitglieder geboren wurden, hieß diese Straße noch F96 und lag in einem anderen Land. Entsprechend nostalgisch sind Text und Musikvideo, das die Band der „Route 66 des Ostens“ widmete. „Und die Welt steht still, hier im Hinterwald, Und das Herz schlägt ruhig und alt“ – so beginnt der melancholische Refrain, der das Gefühl der Heimkehr einfängt.
Schlagzeuger Andreas Nowak beschreibt ihre alte Heimat: „Es gibt eine Kneipe, die sieht noch aus wie vor 30 Jahren. Da ist der Osten einfach noch lebendig.“ Sängerin Stefanie Kloß betont jedoch: „Für mich geht es gar nicht um den Ort, sondern um das Gefühl.“
Fernweh und Heimkehr: Keimzeits „Kling Klang“
Ein Heimweh-Song muss nicht zwangsläufig aus der Heimat stammen. Cindy Zemke, die vor zehn Jahren nach Irland auswanderte, schreibt: „Ein Song bringt mich immer wieder zurück: 'Kling Klang' von Keimzeit.“ Der Song handelt vom großen Fernweh – „Bloß von hier weg, so weit wie möglich“ – und der anschließenden Heimsehnsucht.
„Diesen Song werden wohl alle Templiner auf jedem Dorffest in der Umgebung mitsingen können“, vermutet Cindy. Irgendwann werde sie selbst im Wiener-Walzer-Schritt zurück in die Perle der Uckermark tanzen.
Die Küstenmelancholie: Feine Sahne Fischfilet
Leserin Luisa Wetzel erklärt: „Nichts spiegelt meine Jugend, mein Aufwachsen und mein Heimatgefühl so wider wie die Lieder von Feine Sahne Fischfilet.“ Ihr Song „Wo niemals Ebbe ist“ läuft in Dauerschleife, wenn Heimweh aufkommt.
Der Song thematisiert nicht das Fortgehen, sondern das Gefühl, zurückgelassen worden zu sein, weil alle Freunde die Heimat verlassen haben. „Wir leben da, wo niemals Ebbe ist“, heißt es im Refrain, gefolgt von den Zeilen: „Ein naher Freund, zu weit entfernt, Du fehlst mir doch so sehr.“
Landeshymnen und persönliche Erinnerungen
Die offizielle Hymne „Land zum Leben“ zum 25. Jubiläum Mecklenburg-Vorpommerns beginnt pathetisch: „Du bist Backstein und Kreide, Du bist Platte und Stuck.“ Leser Frank Peter aus Leipzig schreibt: „Bei diesen Liedern muss ich immer an meine Heimatstadt Ueckermünde denken und manchmal weinen.“
Johannes Oerdings „Heimat“ löst bei der gebürtigen Stralsunderin Sophie Gänsehaut aus. Seit 2018 lebt sie auf Bornholm: „Allein der Blick auf die Kreidefelsen von Rügen löst bei mir Herzklopfen aus.“ Aktuell arbeitet sie an ihrer Rückkehr nach Mecklenburg-Vorpommern.
Traditionelle Weisen und moderne Klänge
Das Pommernlied „Wenn in stiller Stunde“ wurde mehrfach genannt. Eckhard Lüdemann, der Vorpommern 2002 verlassen musste, schreibt: „Inzwischen habe ich die Brandenburghymne ganz gut drauf.“ Dennoch verfolgt er täglich das Nordmagazin im NDR.
Aus Thüringen erreicht uns der Tipp für das Bergringlied von Hartmut Rachow. Leserin Katrin erklärt: „Da ich in Teterow groß geworden bin und jedes Jahr zu Pfingsten das Bergringrennen ein absolutes Highlight war, bekomme ich bei diesem Lied absolutes Heimweh.“
Eine vielfältige musikalische Landkarte
Die von Lesern genannten Songs bilden eine beeindruckende musikalische Landkarte der Region:
- „Mädchen aus Greifswald“ von TempEau
- „Als ich fortging“ von Karussel
- „Jugendliebe“ von Ute Freudenberg
- „Am Fenster“ von City
- Rainald Grebes selbstironisches „Brandenburg“
- Marterias „Lila Wolken“ aus „Mein Rostock“
Sportredakteur Thomas Krause denkt bei Heimweh an ABBA – nicht wegen der Musik, sondern wegen eines unvergesslichen Jugendereignisses auf der Penzliner Freilichtbühne. Und dann wäre da noch dieser Ohrwurm aus den 90ern: „Land, du schönes Land im Norden. Land, du schönes an der See.“
Welcher Song fehlt in dieser Liste? Wir arbeiten weiter an der ultimativen Heimweh-Playlist und sammeln weitere musikalische Schätze der Region.



