Morddrohungen und Anfeindungen wegen gestrandetem Buckelwal in der Ostsee
Der vor der Insel Poel in der Ostsee gestrandete Buckelwal sorgt nicht nur für große Besorgnis unter Fachleuten, sondern hat auch zu einer Welle von Anfeindungen bis hin zu konkreten Morddrohungen geführt. Die Landesregierung in Schwerin prüft nun juristische Konsequenzen und mögliche Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen dieser Drohungen.
Landesregierung sammelt Beweise für Strafverfolgung
„Was strafrechtlich relevant ist, wird zur Anzeige gebracht“, erklärte Claus Tantzen, Sprecher von Umweltminister Till Backhaus (SPD), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Sowohl im Umwelt- als auch im Innenministerium würden derzeit entsprechende Äußerungen systematisch gesammelt und auf ihre strafrechtliche Relevanz hin überprüft. Die Drohungen richten sich dabei gegen verschiedene Personengruppen, die mit dem Fall des gestrandeten Wals befasst sind.
Betroffen sind laut den Ermittlungen nicht nur Mitarbeiter der zuständigen Behörden, sondern auch Wissenschaftler, Ehrenamtliche und Angestellte von Nichtregierungsorganisationen, die sich um das Tier kümmern oder fachliche Einschätzungen abgegeben haben. Die Situation hat sich derart zugespitzt, dass die Landesregierung nun entschieden hat, rechtliche Schritte einzuleiten.
Bürgermeisterin verurteilt Anfeindungen deutlich
Gabriele Richter (parteilos), Bürgermeisterin der Gemeinde Ostseebad Insel Poel, hat sich in einer klaren Stellungnahme auf Instagram von den Anfeindungen distanziert. „Mit großer Sorge beobachten wir das Verhalten einzelner Personen, die ohne jegliche fachliche Qualifikation den zuständigen Stellen ein vorsätzliches, kriminelles Handeln zum Nachteil des Tieres vorwerfen oder sogar Morddrohungen gegen einzelne Personen aussprechen“, teilte sie mit. Die Gemeinde distanziere sich „ausdrücklich“ von solchen Äußerungen und Handlungen.
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen Personen, die ohne entsprechende Expertise die Entscheidungen der Fachleute in Frage stellen und dabei zu drastischen Mitteln greifen. Richter betonte die Wichtigkeit, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den behördlichen Maßnahmen zu vertrauen, die auf fundierten Gutachten basieren.
Wal liegt nach Expertenmeinung im Sterben
Fachleuten zufolge befindet sich der Buckelwal in einem kritischen Zustand und liegt im Sterben. Auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) bereits am Dienstag die Entscheidung getroffen, das Tier in Ruhe sterben zu lassen. Diese fachlich fundierte Entscheidung stößt jedoch bei einigen Personen auf heftigen Widerstand, der sich nun in den beobachteten Anfeindungen und Drohungen manifestiert.
Die Situation vor Wismar bleibt somit nicht nur aus tierschutzrechtlicher Sicht angespannt, sondern hat auch eine rechtliche Dimension angenommen, die die Landesregierung nun aktiv angeht. Die Prüfung von Strafanzeigen soll sicherstellen, dass diejenigen, die Drohungen aussprechen oder zu Gewalt aufrufen, zur Verantwortung gezogen werden können.



