Ver.di-Streik im Burgenlandkreis: PVG-Busausfall trifft Fahrgäste hart
In Zeitz rollt seit Dienstagmorgen nichts mehr: Die Busfahrer der PVG folgen dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di und legen für vier Tage den Nahverkehr lahm. Nachdem ein erster Streikversuch gerichtlich gestoppt worden war, hat dies den Tarifkonflikt laut ver.di nur weiter zugespitzt. Die Auswirkungen treffen vor allem diejenigen, die auf die Busse angewiesen sind.
Betroffene äußern Unverständnis und Frust
Hannelore König bringt die Situation vieler Fahrgäste auf den Punkt: „Ob ich mich nun aufrege oder nicht, es nützt ja doch nichts. Ich bin auf den Bus angewiesen, Taxi bekommt man nur, wenn man Wochen vorher anmeldet, also muss ich meinen Nachbarn bitten, dass er mich fährt. Und das bei den Spritpreisen.“ Sie zeigt zwar Verständnis für faire Löhne, erwartet aber mehr Solidarität und Maßhalten.
Norbert Heiner kritisiert den Zeitpunkt des Streiks scharf: „Das tut nicht den Arbeitgebern weh, sondern den Leuten, die genau wie die streikenden Busfahrer von ihrem Geld leben wollen.“ Er findet es inakzeptabel, dass der Ausfall gerade bei den hohen Preisen an den Zapfsäulen erfolgt.
Individuelle Schicksale und Alternativen
Einige Betroffene haben Glück im Unglück. Max Heimer aus Tröglitz kann noch die Thüringer Linie 500 nutzen, fragt sich aber, was passiert, wenn auch diese ausfällt: „Ja, es ist beschwerlich. Zur Not laufe ich. Das dauert dann eine Stunde.“
Ein Mann aus Hohenmölsen hingegen hat weniger Glück. Nachdem er sein Auto in eine Werkstatt nach Zeitz gebracht hat, muss er am Busbahnhof feststellen, dass sein Bus nicht fährt. „Das ist natürlich großes Pech. Wenn es einen selber betrifft, ist es natürlich blöd.“ Er sieht sich gezwungen, den Heimweg zu Fuß anzutreten.
Kritik an der Streikstrategie
Horst Doubek äußert grundsätzliche Bedenken gegen solche Streiks: „Machen wir uns doch nichts vor, das treibt die Preise in jeder Hinsicht nur in die Höhe für uns alle.“ Er betont, dass Autofahren durch die Benzinpreise zwar zum Luxus geworden sei, aber für viele eine Notwendigkeit darstelle. Wenn der Nahverkehr ruhe, würden genau diese Menschen bestraft.
Ver.di fordert in dem Tarifkonflikt unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie 30 Tage Urlaub auch für Berufseinsteiger. Die Gewerkschaft argumentiert, dass nur so angemessene Arbeitsbedingungen geschaffen werden können. Doch für die Fahrgäste in Zeitz bedeutet der Streik vor allem Unannehmlichkeiten und zusätzliche Kosten in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage.



