Verdi-Streikwoche legt Autobahnen lahm: Massive Verkehrsbehinderungen in ganz Deutschland
Autofahrer in Deutschland müssen sich in dieser Woche auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat eine bundesweite Streikwoche bei der Autobahn GmbH des Bundes angekündigt, um in den stockenden Tarifverhandlungen den Druck zu erhöhen. Die Aktionen werden zahlreiche Autobahnmeistereien und wichtige Tunnelanlagen betreffen, darunter auch der Elbtunnel in Hamburg.
Verhandlungsstand als Auslöser für Arbeitskampf
Verdi-Verhandlungsführer Oliver Bandosz begründete die Eskalation mit einem "inakzeptablen" Verhandlungsstand. "Wenn die Autobahn GmbH ein Signal braucht, damit sich die Verhandlungen konstruktiv entwickeln können, dann soll sie es bekommen", erklärte Bandosz. Die unvermeidlichen Einschränkungen lägen damit klar in der Verantwortung der Arbeitgeberseite.
Detailierter Streikplan mit bundesweiten Auswirkungen
Die Gewerkschaft hat einen detaillierten Streikplan für die gesamte Woche aufgestellt:
- Dienstag: Pausen-Aktionen in allen Niederlassungen, den zehn Verwaltungszentralen und der Bundeszentrale der Autobahn GmbH.
- Mittwoch: Streiks in Autobahnmeistereien im gesamten Netz mit Dienstleistungseinschränkungen in folgenden Regionen:
- Raum Göttingen, Braunschweig, Bremen und Hannover
- Raum München (Rosenheim, Siegsdorf)
- Raum Freiburg (Rottweil, Efringen-Kirchen)
- Nordrhein-Westfalen (Duisburg, Wünnenberg, Gelsenkirchen)
- Thüringen (rund um Erfurt)
- Sachsen-Anhalt (Weißenfels)
- Donnerstag: Arbeitskampf in wichtigen Tunnelleitzentralen mit Spursperrungen in beiden Richtungen bei:
- Zentrale Betriebsleitstelle Zella-Mehlis in Thüringen (Tunnel Rennsteig, Hochwald, Alte Burg, Berg Bock an der A 71)
- Emstunnel (A 31) bei Leer in Niedersachsen
- Freitag: Streiks in der Leitzentrale des Elbtunnels in Hamburg (eine Fahrspur pro Richtung gesperrt) sowie in Tunneln und der Verkehrszentrale Leverkusen in Nordrhein-Westfalen.
- Montag (23. Februar): Fortsetzung der Streiks im Elbtunnel Hamburg.
Notdienste sollen Sicherheit gewährleisten
In allen Fällen wurden mit der Autobahn GmbH Notdienstvereinbarungen abgeschlossen, die sicherstellen sollen, dass Notfälle trotz der Einschränkungen abgesichert sind. Lediglich in Nordrhein-Westfalen sind die regionalen Niederlassungen bisher nicht bereit, eine gemeinsame Notdienstvereinbarung abzuschließen. Verdi bietet jedoch auch hier einen Notdienst an, ohne die eigene Streikfähigkeit zu gefährden.
Tarifforderungen im Fokus des Konflikts
Hintergrund der Streikwelle sind die Tarifforderungen von Verdi für die rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich mehr. Nach zwei Verhandlungsterminen kritisiert Verdi insbesondere die vom Arbeitgeber angebotene Laufzeit von 29 Monaten als "viel zu lange". Zudem lehne die Autobahn GmbH einen Mindestbetrag ab, der die unteren Lohngruppen stärken würde.
Bereits in der laufenden Tarifrunde hatte es zuvor kleinere Aktionen gegeben. Mit der nun angekündigten Streikwoche erhöht Verdi den Druck deutlich und macht deutlich, dass die Gewerkschaft bereit ist, den Arbeitskampf zu intensivieren, bis ihre Forderungen erfüllt werden.



