Seit Montag ist die B192 zwischen Waren (Müritz) und Neu Schloen in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Grund ist die Sanierung der Fahrbahndecke, die voraussichtlich bis Ende Juni andauern wird. Pendler und Autofahrer, die die Müritzstadt erreichen wollen, müssen sich nun alternative Routen suchen – und viele weichen auf schmale Nebenstraßen aus, die für das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt sind.
Nebenstraßen im Berufsverkehr überlastet
Bereits am Montag zeigte sich eine massive Zunahme des Verkehrs auf den ländlichen Wegen nördlich der B192 zwischen Groß Plasten und Waren. Ein Sprecher der Verkehrswacht Müritz erklärte gegenüber dem Nordkurier, dass insbesondere im Berufsverkehr deutlich mehr Fahrzeuge über diese Straßen rollen, als sie vertragen können. Auf der schmalen Allee zwischen Rügeband und Torgelow am See müssen Autofahrer bei Gegenverkehr sogar zwischen den Alleebäumen anhalten, was zu chaotischen Zuständen führte. Zudem befürchten Anwohner Schäden an den Banketten, da viele Fahrzeuge die Fahrbahnkante überfahren.
Offizielle Umleitung führt über 30 Kilometer Umweg
Die offizielle Umleitung verläuft über die B194 nach Jürgenstorf, die L202 und L203 nach Faulenrost und zurück zur B192 – eine Strecke von rund 30 Kilometern. Um Schwerlastverkehr von Abkürzungen abzuhalten, wurde an der Abzweigung nach Deven an der B194 ein Schild aufgestellt, das schweren Lastwagen die Durchfahrt über die Kreisstraße verbietet, ausgenommen Lieferverkehr. In Waren selbst müssen Autofahrer aus Richtung Faulenrost (Malchin) durch das Gewerbegebiet Ost fahren, da der gewohnte Abzweig auf dem Schweriner Damm wegen Bauarbeiten an den Bahnbrücken weiterhin gesperrt ist.
Weitere Baustellen in der Innenstadt
Die Verkehrssituation wird durch zusätzliche Baustellen verschärft. Seit Montag werden am Kreisverkehr Herrenseebrücke und in der Strandstraße beschädigte Asphaltstellen repariert. Baustellenampeln regeln dort den Verkehr, was zu weiteren Behinderungen führt. Ein Hausmeister, der am Mittwoch in der Nähe arbeitete, kritisierte die mangelnde Koordination: „Das hätte man besser absprechen können oder vor der Vollsperrung der Bundesstraße erledigen müssen.“ Er beschrieb die Fahrt durch Waren als „Odyssee“ und sprach von einem „Verkehrschaos“. Hinzu kommt die ungewisse Zukunft der gesperrten Herrenseebrücke, die die Lage zusätzlich belastet.
Positive Nachricht: Bauarbeiten am Kreisel fast abgeschlossen
Immerhin gab es am Mittwoch eine gute Nachricht: Die Bauarbeiten am Kreisverkehr Herrenseebrücke sollten noch am Nachmittag abgeschlossen werden, wie Straßenbauarbeiter am Morgen mitteilten. Dies könnte zumindest eine leichte Entlastung für den innerstädtischen Verkehr bringen.



