Verkehrschaos in Sachsen: Tempo-50-Schild an Kreuzung sorgt für Irrsinn
In der bekannten Bierstadt Radeberg bei Dresden sorgt ein Verkehrsschild für erhebliche Verwirrung und heftige Diskussionen. An einer Kreuzung steht ein Tempo-50-Schild – ausgerechnet dort, wo Autofahrer eigentlich abbremsen müssen, um Vorfahrt zu gewähren. In einer lokalen Facebookgruppe wird das Schild bereits intensiv diskutiert, mit Kommentaren von sarkastischen Bemerkungen bis zu deutlicher Kritik.
Das umstrittene Schild im Detail
Das problematische Verkehrszeichen befindet sich auf der Ferdinand-Freiligrath-Straße, exakt 14 Meter vor der Kreuzung. Montags bis freitags gilt hier von 6 bis 17 Uhr eigentlich Tempo 30 – bis das Tempo-50-Schild kommt. An der Kreuzung selbst kann man nur nach links oder rechts in den Robert-Blum-Weg abbiegen, wo zeitweise ebenfalls Tempo 30 wegen eines angrenzenden Kindergartens gilt.
Die Straßenverkehrsbehörde erklärt, dass das Tempo-50-Schild die zuvor geltende Tempo-30-Beschränkung aufheben soll. Der Behördenchef betont, dass das Verkehrszeichen 274 keine Mindestgeschwindigkeit vorschreibt, sondern lediglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit angibt. Allerdings räumt er selbst ein, dass diese Aufhebung durch Tempo 50 zwar nicht falsch, aber redundant sei, da die streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung ohnehin im Zuge des Abbiegens aufgehoben wird.
Experte fordert: Schild muss weg!
Deutschlands renommierter StVO-Experte Prof. Dr. Dieter Müller (66) äußert sich deutlich kritischer. Er erklärt gegenüber Medien: „Das Verkehrszeichen 274 (50 km/h) muss an dieser Stelle entfernt werden, weil es in der Richtung seiner Geltung bei lediglich wenigen Metern missverständlich ist und damit nicht dem verkehrsrechtlichen Grundsatz der Widerspruchsfreiheit der Verkehrszeichen entspricht.“
Prof. Müller klärt zudem einen weitverbreiteten Irrtum auf: „Eine Geschwindigkeitsbeschränkung endet tatsächlich erst mit dem Aufhebungszeichen (Zeichen 278) oder der Anordnung einer anderen Höchstgeschwindigkeit oder am Ortsausgangsschild.“ Der Experte stellt klar, dass sie nicht an der nächsten Kreuzung oder Einmündung endet, wie viele Autofahrer fälschlicherweise annehmen.
Lösung in Sicht
Die Stadt Radeberg hat mittlerweile reagiert und mitgeteilt, dass das umstrittene Schild entfernt werden soll. Stattdessen plant die Kommune, eine Tempo-30-Zone einzurichten, um die Verkehrssituation an dieser kritischen Stelle zu entschärfen und für mehr Klarheit zu sorgen.
Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig eine klare und widerspruchsfreie Beschilderung im Straßenverkehr ist. Verwirrende Verkehrszeichen können nicht nur zu Unsicherheit bei Autofahrern führen, sondern im schlimmsten Fall auch Unfälle begünstigen.



