Warnstreik bei Autobahn GmbH lähmt Verkehr im Elbtunnel
Ein 24-stündiger Warnstreik bei der Autobahn GmbH des Bundes hat am Freitag zu massiven Verkehrsbehinderungen im Hamburger Elbtunnel geführt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hatte zu dem Arbeitskampf aufgerufen, der sich direkt auf die Verkehrssituation im wichtigen Nord-Süd-Korridor auswirkte.
Verkehrslage als "angespannt" bewertet
Die Autobahn GmbH bewertete die Verkehrslage rund um den Elbtunnel am Nachmittag als "angespannt". Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass sich die Fahrtzeiten um durchschnittlich 15 Minuten verlängerten, obwohl sich kein klassischer Stau gebildet habe. Nördlich und südlich des Tunnels stockte der Verkehr auf der A7 erheblich.
Ursache: Bestreikte Tunnelbetriebszentrale
Die Verkehrsbehinderungen entstanden, weil sich Beschäftigte der Tunnelbetriebszentrale am Warnstreik beteiligten. Diese Mitarbeiter sind normalerweise für die Überwachung des Verkehrs zuständig. Infolgedessen konnten im Elbtunnel nur zwei statt der üblichen drei Spuren je Richtung befahren werden. Auch die Lärmschutztunnel Schnelsen und Stellingen nördlich des Elbtunnels waren von den Auswirkungen betroffen.
Verkehrsdaten zeigen dramatische Verlangsamung
Eine Schnellauswertung des Verkehrsdatenspezialisten TomTom dokumentierte die konkreten Auswirkungen:
- In Richtung Norden bewegten sich die Fahrzeuge um 11:00 Uhr mit nur 28 km/h statt der maximal erlaubten 80 km/h
- In der Gegenrichtung verringerte sich die Geschwindigkeit auf lediglich 24 km/h
Tarifverhandlungen als Hintergrund
Hintergrund des Warnstreiks sind laufende Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften Verdi und dem Beamtenbund mit der Autobahn GmbH. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten mindestens 300 Euro mehr im Monat. Die Verhandlungen sollen in einer dritten Runde am Mittwoch und Donnerstag in Berlin fortgesetzt werden.
Weitere Verkehrsbeeinträchtigungen angekündigt
Die Verkehrssituation auf der A7 bleibt auch in den kommenden Tagen schwierig:
- Ab Freitagabend 22:00 Uhr beginnt zwischen Hamburg-Stellingen und -Heimfeld eine Vollsperrung der A7 aufgrund von Bauarbeiten
- Die Strecke soll zwar am Montag bis 5:00 Uhr wieder freigegeben werden
- Doch bereits dann könnte ein weiterer Warnstreik bei der Autobahn GmbH beginnen, der erneut den Elbtunnel betreffen würde
Nach Angaben von Verdi soll die Arbeitsniederlegung bis Dienstag um 6:00 Uhr andauern. Insgesamt ist der Verkehr auf der A7 damit voraussichtlich über 96 Stunden beeinträchtigt.
Auswirkungen auf das Hamburger Stadtgebiet
Neben den Problemen auf der Autobahn waren zeitweise auch mehrere Straßen im Hamburger Stadtgebiet verstopft. Die Verkehrsleitzentrale bestätigte die stockenden Verkehrsverhältnisse, die sich durch den reduzierten Durchsatz im Elbtunnel auf das umliegende Straßennetz ausweiteten.



