Erneute Warnstreiks legen Nahverkehr in bayerischen Städten lahm
Kaum eine Woche nach den bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr hat die Gewerkschaft Ver.di erneut zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen in Bayern aufgerufen. Diesmal sind die Städte München, Nürnberg und Bayreuth betroffen, wie sowohl die Gewerkschaft als auch die lokalen Verkehrsbetriebe mitteilten. Die Streiks sollen an verschiedenen Tagen stattfinden und U-Bahnen, Straßenbahnen sowie Buslinien, die nicht von privaten Anbietern bedient werden, betreffen. Die S-Bahn und Regionalzüge bleiben hingegen in Betrieb.
Tarifkonflikt eskaliert: Ver.di und Arbeitgeber uneins
Ver.di fordert in Bayern unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte lehnen diese Forderungen als finanziell nicht tragbar ab. „Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert“, erklärt Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Ver.di. Er betont, dass die erneuten Streiks darauf zurückzuführen seien, dass die Arbeitgeber die Nöte der Beschäftigten nicht ernst nähmen.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) kritisiert die Streiks als unverständliche Eskalation. Die Arbeitgeber verweisen auf bereits attraktive Arbeitsbedingungen und ein Angebot vom 19. Januar, das eine Entgelterhöhung von mindestens 5 Prozent sowie weitere Verbesserungen umfasst. In der angespannten Finanzlage der Kommunen könnten übermäßige Personalkostenerhöhungen zu höheren Fahrpreisen und einem reduzierten Angebot führen, so der KAV.
Auswirkungen auf den Verkehr: Eingeschränkte Angebote in den Städten
In Nürnberg werden U- und Straßenbahnen vollständig stillstehen, und das reguläre Busangebot entfällt. Die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) setzt stattdessen auf private Anbieter, die auf 16 Buslinien basierend auf dem Nightliner-Netz verkehren. In München plant die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) einen stark eingeschränkten Betrieb mit Bussen von Partnerunternehmen, wobei unregelmäßige Abfahrten zu erwarten sind. Bei Tram und U-Bahn hängt das Angebot vom verfügbaren Personal ab. Bayreuth versucht ebenfalls, ein Grundangebot mit Bussen von Partnerfirmen aufrechtzuerhalten.
Dies ist bereits der zweite Warnstreik in Bayern während der aktuellen Tarifrunde. Am vergangenen Montag hatte Ver.di im Rahmen einer bundesweiten Aktion den Nahverkehr in mehreren größeren Städten teilweise lahmgelegt, wobei München und Nürnberg ebenfalls betroffen waren. Die Gewerkschaft hoffte, damit Bewegung in die Verhandlungen zu bringen, doch bisher blieb ein Durchbruch aus. Die nächste Verhandlungsrunde steht in zwei Tagen an, und die Situation bleibt angespannt.



