Zugkollision in Bayreuth: Ermittlungen zur Unfallursache laufen
Nach dem schweren Zusammenstoß zweier Regionalzüge im Hauptbahnhof Bayreuth am Mittwochabend laufen die Ermittlungen zur Unfallursache auf Hochtouren. Acht Personen wurden bei dem Vorfall verletzt, darunter beide Lokführer. Der Bahnverkehr wurde am Donnerstagmorgen wieder aufgenommen, während Gutachter den Unfallort und die beschädigten Züge untersuchen.
Unfallhergang und Verletzte
Gegen 18.45 Uhr am Mittwochabend kollidierten zwei Züge des Unternehmens Agilis im Bayreuther Hauptbahnhof. Ein Zug mit 13 Fahrgästen an Bord fuhr in den Bahnhof ein, während der zweite Zug ohne Passagiere auf einer Rangierfahrt zum Betanken unterwegs war. Der Lokführer des rangierenden Zuges erlitt schwere Verletzungen, drei Fahrgäste und der andere Lokführer wurden mittelschwer verletzt. Zusätzlich gab es drei Leichtverletzte.
Ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes bestätigte, dass sieben verletzte Erwachsene in eine Klinik gebracht wurden. Die genaue Zahl der Verletzten kann sich nach solchen Einsätzen noch ändern, erklärte der Sprecher. Weder Bundespolizei noch Rotes Kreuz machten Angaben zum aktuellen Zustand der Verletzten.
Ermittlungen und mögliche Ursachen
Die Bundespolizei schließt Alkohol oder Drogen bei den Lokführern als Ursache aus. Momentan ist die genaue Unfallursache noch unklar, sagte ein Sprecher. Denkbar sind verschiedene Szenarien, darunter eine Signalstörung oder ein technischer Fehler. Die Ermittler prüfen auch, ob der Lokführer des rangierenden Zuges möglicherweise den einfahrenden Zug übersehen hat.
Die Gleise wurden bereits überprüft und als sicher eingestuft. Keine Weichen wurden beschädigt und der Gleisabstand entspricht den Vorgaben, so die Bundespolizei. Die Gleise sind mittlerweile wieder für den Bahnverkehr freigegeben.
Folgen für den Bahnverkehr
Nach dem Unfall war der Bahnhof Bayreuth stundenlang gesperrt, was zu massiven Beeinträchtigungen führte. Geschätzt 100 bis 150 Reisende warteten kurz nach der Kollision auf eine Weiterfahrt. Die Deutsche Bahn und Agilis setzten Ersatzbusse ein, um die Passagiere zu befördern. Alle Menschen konnten schließlich weiterreisen, berichtete ein Sprecher.
Auf der Linie RE32 zwischen Bayreuth Hauptbahnhof und Pegnitz kann es noch zu vereinzelten Zugausfällen kommen. Die kollidierten Züge stehen weiterhin in der Nähe des Hauptbahnhofs, blockieren aber nicht mehr die Hauptgleise.
Großaufgebot an Einsatzkräften
Da das Ausmaß des Unfalls zunächst unklar war, wurden zahlreiche Einsatzkräfte alarmiert. Das Bayerische Rote Kreuz entsandte mehr als 60 Mitarbeiter, die Feuerwehren aus Bayreuth und Laineck etwa 85 Helfer. Neun Rettungswagen und fünf Krankentransportwagen waren im Einsatz.
Beschäftigte der psychosozialen Notfallversorgung kümmerten sich besonders um die nicht verletzten Zuginsassen. Das Unternehmen Agilis, das etwa zehn Prozent des bayerischen Regionalverkehrs betreibt und vor allem in der Oberpfalz und Oberfranken unterwegs ist, kooperierte eng mit den Behörden.
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an und werden voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.



