Verdi verschärft den Druck: Zweitägiger Warnstreik legt Münchner Nahverkehr lahm
Die Gewerkschaft Verdi hat im anhaltenden Tarifkonflikt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bundesweit zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. In Bayern sind neben München zwölf weitere Städte von den Arbeitsniederlegungen betroffen, was zu erheblichen Beeinträchtigungen im Nahverkehr führen wird.
Betroffene Städte in Bayern
Der Streik betrifft die fünf größten bayerischen Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt. Zusätzlich sind Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau von den Ausfällen betroffen. Auch in anderen Teilen Deutschlands wird gestreikt, was den bundesweiten Charakter der Aktion unterstreicht.
Auswirkungen auf den Verkehr
Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen werden am Freitag und Samstag in vielen bayerischen Städten weitgehend stillstehen. Wie bei vorherigen Streiks sind S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse in der Regel nicht betroffen, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden. Teilweise könnten städtische Buslinien, die von externen Dienstleistern befahren werden, weiterverkehren.
Bei den jüngsten Warnstreiks gelang es den Stadtwerken und Verkehrsunternehmen teilweise, Notfahrpläne zu organisieren oder auf einzelnen Tram- oder U-Bahn-Strecken einen ausgedünnten Verkehr aufrechtzuerhalten. Dennoch waren die Beeinträchtigungen enorm, und der Straßenverkehr litt unter deutlich stärkeren Staus.
Hintergründe des Tarifkonflikts
Verdi fordert für die etwa 9000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, für die der Tarifvertrag gilt, eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. In der Verhandlungsrunde am 13. Februar kam es nach Einschätzung von Verdi zu keiner Annäherung.
Sinan Öztürk, der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, betont: "Statt die Forderungen als überzogen zurückzuweisen, sollten die Arbeitgeber endlich den Druck erkennen, der finanziell und aufgrund der Arbeitsbedingungen auf den Beschäftigten lastet, und Verhandlungen auf Augenhöhe mit uns führen."
Reaktion der Arbeitgeber
Der Kommunale Arbeitgeberverband hat die Warnstreiks kritisiert und argumentiert, die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht erfüllbar. "Daran können auch die derzeitigen Streiks nichts ändern. Sie belasten daher die Bevölkerung zu Unrecht", teilte der Verband vergangene Woche mit. Zudem würden die Kostensteigerungen durch höhere Löhne "zwangsläufig zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen".
Die gegenseitigen Vorwürfe am Verhandlungstisch verdeutlichen die angespannte Lage im Tarifkonflikt, der nun mit dem zweitägigen Warnstreik eine neue Eskalationsstufe erreicht hat.



