Sicher und komfortabel im Alter: Drei wichtige Tipps für die altersgerechte Wohnung
Das Lesen wird beschwerlicher, ständig stolpert man über Teppichkanten – und vieles im eigenen Zuhause wirkt plötzlich mühsamer. Wie sich die Wohnung für das Alter umrüsten lässt und welche praktischen Helfer das Bücken überflüssig machen, erklärt dieser Ratgeber.
1. Ein Boden ohne Stolperfallen schaffen
Teppiche verleihen Räumen zwar Gemütlichkeit, doch einzelne Läufer können sich zu gefährlichen Stolperfallen entwickeln. Daher sollten sie aus Laufwegen in Flur, Wohnzimmer und anderen Bereichen entfernt werden. Wer nicht auf Teppich verzichten möchte, kann laut Verbraucherzentrale auf fest verlegte Teppichware zurückgreifen.
Ist dies nicht möglich, rät die Aktion „Das sichere Haus“ (DSH), Läufer und Teppiche mit Klebebelägen und Antirutschunterlagen zu sichern. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass keine hochstehenden Ecken, Kanten oder Falten entstehen.
In der Dusche helfen Antirutsch-Klebefolien gegen Ausrutschen. „Sie sind auf der Oberseite angeraut, ähnlich wie Sandpapier, und auf der Unterseite mit einer Klebeschicht versehen“, erläutert Ergotherapeutin Sibylle Liebchen im Magazin „Ich pflege“ (Ausgabe 02/2025). Erhältlich sind sie in verschiedenen geometrischen Formen, Farben oder auch transparent.
Bei Renovierungen lohnt ein Blick auf den Bodenbelag im Bad. Feuchte Fliesen können schnell zur Rutschbahn werden, daher sollten Fliesen mit möglichst hoher Rutschhemmung gewählt werden. Der R-Wert gibt hier Aufschluss: Je höher er ausfällt, desto rutschhemmender ist die Fliese.
Für Nass- oder Barfußbereiche wird der Grad der Rutschhemmung in den Gruppen A bis C angegeben, wie der Bundesverband Keramische Fliesen auf seiner Webseite schreibt. Fliesen mit der Kennzeichnung „R 11 B“ bieten beispielsweise bei Nässe noch ausreichend Trittsicherheit.
2. Optimale Beleuchtung für bessere Sicht
Mit dem Alter lässt die Sehkraft nach, was durch höhere Beleuchtungsstärken ausgeglichen werden kann. Die Brancheninitiative „licht.de“ empfiehlt, auf einen hohen Lumen-Wert auf der Verpackung von Leuchtmitteln zu achten, da dies für eine hellere Lichtquelle steht.
Zum Vergleich: Eine 60-Watt-Glühbirne entspricht etwa 700 bis 750 Lumen. Zudem sollte auf eine gute Farbwiedergabe geachtet werden, wobei der Ra-Wert nicht unter 80 liegen sollte. Je höher dieser Wert ist, desto besser fällt die Farbwiedergabe aus.
Ein weiterer Tipp der Brancheninitiative ist die Kombination von indirekter und direkter Beleuchtung, um Blendungen zu vermeiden. Große Helligkeitsunterschiede im Blickfeld sollten ebenfalls vermieden werden, da sich die Augen sonst an die helleren Bereiche anpassen und Einzelheiten in dunklen Zonen nicht mehr richtig erkannt werden.
Gegenstände in dunklen Ecken werden dann schnell zu Stolperfallen. Praktisch sind Orientierungslichter für Steckdosen mit Bewegungs- und Helligkeitssensoren, die den nächtlichen Gang zur Toilette sicherer machen. Stufen lassen sich zudem durch LED-Streifen markieren.
3. Hilfsmittel für den Alltag nutzen
Nicht immer sind große Umgestaltungen nötig, um die Wohnung altersgerechter zu gestalten. Auch kleinere Helfer können den Alltag erheblich erleichtern. Ein Beispiel ist die Greifhilfe mit einer Greifzange, die sich mit einem Griff am oberen Ende bedienen lässt.
Mit dieser sogenannten helfenden Hand lassen sich heruntergefallene Gegenstände aufheben, ohne sich bücken zu müssen, oder beim Ausziehen nach Socken angeln. Greifhilfen gibt es in unterschiedlichen Längen, mit verschiedenen Schließmechanismen und variierender Kraftübertragung.
Sibylle Liebchen, Beraterin beim Verein „Barrierefrei Leben“ in Hamburg, empfiehlt, verschiedene Greifhilfen auszuprobieren. Sinnvoll ist es, vor dem Kauf zu klären, ob die helfende Hand vorwiegend im Stehen oder im Sitzen verwendet werden soll.



