Fünf Personen auf 53 Quadratmetern: Die verzweifelte Wohnungssuche einer Berliner Familie
Angelique Henkel (37) aus Berlin ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern: Linas (11 Monate), Leven (4), Alanie (5) und Luca (16). Die fünfköpfige Familie lebt auf nur 53 Quadratmetern in einer beengten Wohnung in Berlin-Pankow, ohne Aussicht auf eine Verbesserung ihrer Wohnsituation.
Enge Verhältnisse ohne Rückzugsmöglichkeiten
Die räumliche Enge bestimmt den Alltag der Familie. Mutter Angelique schläft mit ihrem ältesten Sohn Luca im Wohnzimmer auf dem Sofa, während der jüngste Sohn Linas daneben in seinem Babybett liegt. Der Esstisch dient als Kleiderschrank für Babysachen, die kleine Loggia fungiert als Abstellkammer. Alanie und Leven teilen sich ein winziges 8-Quadratmeter-Zimmer und schlafen in einem Hochbett.
„Es gibt kaum Platz zum Spielen und keinen zum Lernen. Ich habe keinen Rückzugsort, es gibt keine Privatsphäre. Aber manchmal denke ich: Immerhin haben wir überhaupt eine Wohnung“, erklärt Angelique Henkel die schwierige Situation. Auch der 16-jährige Luca äußert seine Frustration: „Es ist echt ätzend, man hockt ständig aufeinander. Das Zimmer von den Kleinen ist nur so groß wie bei Harry Potter.“
Zweijährige erfolglose Wohnungssuche
Seit zwei Jahren sucht die Familie intensiv nach einer größeren Wohnung – bisher ohne Erfolg. „Ich schaue auf allen großen Portalen und habe bestimmt schon 40 Bewerbungen abgeschickt“, berichtet die alleinerziehende Mutter. Die Einladung zu einer Besichtigung sei bereits ein seltener Erfolg, bei dem dann regelmäßig mindestens 30 weitere Interessenten auftauchten.
Die Pflegekraft, die sich aktuell in Elternzeit befindet und vom Jobcenter unterstützt wird, sieht sich mit Vorurteilen konfrontiert: „Für viele ist eine Alleinerziehende mit vier Kindern als Mieterin leider nicht der Traum. Aber wir sind nicht laut, ich habe einen Wohnberechtigungsschein mit besonderem Wohnbedarf und ich hatte noch nie Mietschulden.“
Finanzielle Hürden und begrenzte Perspektiven
Die finanzielle Situation erschwert die Suche zusätzlich. Das Jobcenter übernimmt maximal 800 Euro Kaltmiete, doch bezahlbare größere Wohnungen sind in Berlin rar gesät. „Sehr viele Wohnungen sind zu teuer. Die Bezahlbaren sind rar. Ich sehe nicht ein, für 4 Zimmer 2000 Euro zu zahlen“, argumentiert Henkel.
Die Familie versucht, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen, doch wenn Freunde der Kinder zu Besuch kommen, ist das Wohnzimmer komplett belegt. Die fünfjährige Alanie formuliert ihren Wunsch deutlich: „Ich wünsche mir ein eigenes Zimmer, damit ich die Tür zumachen kann, wenn Leven mal nervt.“
Angelique Henkel betont, dass die aktuelle Situation nur temporär sein soll: „Das ist ja nur temporär. Ich lebe ja nicht ewig vom Jobcenter, sondern möchte nach der Elternzeit wieder arbeiten.“ Doch bis dahin bleibt die fünfköpfige Familie auf den beengten 53 Quadratmetern gefangen, ein Symbol für die prekäre Wohnungssituation vieler Familien in deutschen Großstädten.



