Berliner Mieten steigen weiter – Neubauwohnungen besonders betroffen
Der Berliner Mietmarkt bleibt angespannt, wie aktuelle Zahlen des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) zeigen. Trotz eines moderateren Anstiegs bei Bestandsmieten verzeichnen Neuvermietungen und insbesondere Neubauwohnungen deutliche Preissprünge.
Bestandsmieten versus Neuvertragsmieten
Mieterinnen und Mieter in bestehenden Mietverhältnissen zahlten bei BBU-Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich 7,10 Euro pro Quadratmeter netto kalt. Dies entspricht einem Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Kontrast dazu lagen die Neuvertragsmieten bei durchschnittlich 9,54 Euro pro Quadratmeter, was einen deutlichen Zuwachs von mehr als elf Prozent bedeutet.
Neubauwohnungen als Preistreiber
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Neubauwohnungen. Hier kostete der Quadratmeter im Schnitt 13,55 Euro pro Monat, ein Plus von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen verdeutlichen, dass neu errichtete Wohnungen in der Hauptstadt zu den teuersten Angeboten auf dem Markt zählen.
Unterschiede zwischen Verbandsmitgliedern und Online-Portalen
Die vom BBU erhobenen Daten beziehen sich ausschließlich auf seine Mitgliedsunternehmen, zu denen genossenschaftliche, kirchliche und landeseigene Wohnungsanbieter sowie in geringerem Umfang private Unternehmen gehören. Diese betreuen gemeinsam etwa 777.000 Wohnungen, was rund 45 Prozent des Berliner Mietwohnungsbestands entspricht.
Ein deutlicher Kontrast zeigt sich bei den Mietpreisen auf gängigen Online-Portalen. Dort wurden im Zeitraum von Juli 2024 bis Ende Juni 2025 durchschnittliche Quadratmeterpreise von 16,61 Euro abgerufen. Werden die BBU-Mitgliedsunternehmen aus dieser Berechnung herausgerechnet, steigen die Portalmieten sogar auf 18,76 Euro netto kalt an – fast das Doppelte der BBU-Neuvertragsmieten. Der Verband erklärt diesen Unterschied damit, dass seine Mitglieder nur in geringem Umfang auf diesen Portalen inserieren.
Knappes Angebot als Kernproblem
Aus Sicht des BBU bleibt das knappe Wohnungsangebot das zentrale Problem auf dem Berliner Mietmarkt. Trotz intensivierter Neubaubemühungen verharrt die Leerstandsquote bei niedrigen 1,6 Prozent. Diese angespannte Situation schafft Spielräume für einzelne Anbieter, die die Marktlage ausnutzen – sei es durch überhöhte Angebotsmieten, intransparente Geschäftsmodelle oder gewinnorientierte Untervermietung.
Der Verband betont, dass die Situation bei seinen Mitgliedsunternehmen deutlich günstiger ist als auf dem Gesamtmarkt. Dennoch unterstreichen die aktuellen Daten die anhaltende Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadt zu schaffen und zu erhalten.



